Glücksbringer am Beckenrand

Haben Sie auch ein bestimmtes Plüschtier als Glückbringer in Ihrer Trainingstasche oder tragen Sie nur Ihren Glücksbadeanzug, wenn Sie zu wichtigen Wettkämpfen fahren? Dann sind Sie wahrscheinlich weiblich und zwischen 14 und 39 Jahren alt. Denn wie eine repräsentative Umfrage im Auftrag der „Apotheken Umschau“ herausfand, sind Glücksbringer in Deutschland besonders bei Frauen beliebt.

| 17. September 2012 | TRAINING

Glücksbringer | Plüschtier, Glücksbringer

Plüschtier, Glücksbringer

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Und damit stehen Sie nicht allein da: Doppelolympia-Siegerin Britta Steffen beispielsweise trägt einen Ring als Glücksbringer, den sie kurz vor dem Start am Finger dreht. Bei der Studie gaben vier von zehn der weiblichen Befragten (39,3 Prozent) an, einen persönlichen Talisman zu besitzen. Bei den 14- bis 39-jährigen Frauen ist es jede Zweite (52,0 Prozent). Männer können dem wesentlich weniger abgewinnen: Nur jeder Fünfte (22,0 Prozent) besitzt einen Glücksbringer.

Sicherheit und Geborgenheit

Doch warum schwören manche Menschen auf Glücksbringer? „Glücksbringer geben Sicherheit und Geborgenheit. Vielleicht greifen traditionell deshalb gerade solche Menschen auf Glücksbringer zurück, deren Tätigkeit von einem erhöhten Risiko oder von besonderem Erfolgsdruck geprägt ist: Etwa Soldaten, Seeleute, Glücksspieler, aber auch Sportler“ sagt Thomas Frankenbach, Gesundheitswissenschaftler und Autor des Buchs „Warum Läufer beharrlich sind und Surfer das Leben genießen“.

Doch gute Informationen können eine gute Physiologie fördern: „Wenn wir gute Nachrichten bekommen, kann das eine Reihe günstiger Wirkungen auf unser Hormonsystem, auf die Immunfunktion, auf die Durchblutungssituation unserer Muskeln und unser Selbstvertrauen haben“, sagt Frankenbach. Der positive Informationsträger könne dabei ein materieller Glücksbringer – wie ein Stofftier oder ein Badeanzug – sein, mit dem man eine positive Bedeutung verknüpft oder auch die Anwesenheit einer bestimmten Person, mit der man Gutes und Erfolg verbindet, so der Experte weiter.

Kein Erfolg ohne Training

„Natürlich haben gute Leistungen im Sport vor allem auch etwas mit dem körperlichen Trainingszustand zu tun haben. Sich rein mental oder mit Glücksbringern auf einen Wettkampf vorzubereiten, dürfte daher nur in den wenigsten Fällen zum Erfolg führen“, sagt Frankenbach.

Vielleicht sollten Sie beim nächsten Training ein paar Extra-Bahnen schwimmen – mit einem Stofftier am Beckenrand ...