Mitten im Mittelmeer

Das Wasser: azurblau und im November noch knapp 24 Grad warm. Die Küsten von Malta und seinen Nachbarinseln Gozo und Comino sind grandiose Reviere für Freiwasserschwimmer.

| 15. November 2016 | AKTUELL

Malta | Malta hat Freiwasserschwimmern einiges zu bieten.

Malta hat Freiwasserschwimmern einiges zu bieten.

Foto >Martin Tschepe

Seite 1/2: Schwimmparadies im Mittelmeer

Ein strahlend schöner Tag im November. Die Sonne lacht über dem Mittelmeer. Es weht nur ein laues Lüftchen, die Wellen sind klein. Man könnte ohne Probleme hinüber kraulen - von Malta nach Comino und dann weiter bis nach Gozo. Es wären geschätzt knapp fünf Kilometer. Aber Isabelle Zarb rät ab. Verboten. “Sie ziehen dich aus dem Meer”, sagt die 52-jährige Freiwasserschwimmerin, die auf Malta geboren und aufgewachsen ist. Isabelle muss es wissen, sie arbeitet bei der Aquatic Sports Association Malta - und sie schwimmt, sommers wie winters, im Meer vor Malta beziehungsweise den beiden kleineren Nachbarinseln, die zur Republik Malta gehören. Also nicht schwimmen, jedenfalls nicht sofort. Schade eigentlich, aber wer will schon rausgezogen werden - von wem auch immer. Von der Polizei? Von den Fischern? Diese Frage bleibt offen.

Das kleine Ausflugsboot befördert geschätzt drei Dutzend Touristen von Marfa im Norden Maltas hinüber zur Blauen Lagune auf Comino. Das Wasser der Lagune ist seicht, azurblau und einfach grandios - speziell für einen Freiwasserschwimmer, der in diesem Sommer durch zig deutsche Seen und einige Flüsse gekrault ist, der in zwar einigermaßen sauberem, aber fast immer trübem Wasser geschwommen ist. Comino bietet das absolute Kontrastprogramm.

Malta | Für Freiwasserwschwimmer ist Malta definitiv eine Reise wert.

Für Freiwasserwschwimmer ist Malta definitiv eine Reise wert.

Foto >Martin Tschepe

Tolles Schwimmrevier

Bei jedem Zug kommen einem buntere Fische ins Visier. Ein Schwarm winzig kleiner blauer Fische, etwas größere rötlich gefärbte, dann große, silberfarben schimmernde Exemplare. Später Seeigel und Seesterne. Die Blaue Lagune ist nicht tief. An den Einstiegsstellen können selbst Kinder stehen und durch ihre Masken die Unterwasserwelt bestaunen.

Im Laufe des Vormittags füllt sich die Lagune, immer neue Boote bringen immer neue Menschen. Das ist aber kein Problem, das Eiland ist zwar klein, aber groß genug, um mit ein paar kräftigen Armzügen dem Trubel flugs zu entkommen. Man kann entweder um das winzige, unbewohnte Inselchen Cominotto herum schwimmen - oder um ganz Comino. Die Comino-Runde ist etwa acht Kilometer lang. Man sollte möglichst mit einer Rettungsboje und nicht unbedingt ganz allein schwimmen - für den Fall der Fälle. Denn aussteigen ist nur an wenigen Küstenabschnitten möglich, zum Beispiel an der Nordküste beim einzigen Hotel. Comino hat viele steile Klippen - wie Malta und Gozo übrigens auch.

Malta | Beliebt bei Schwimmern und Booten: das Azure Window.

Beliebt bei Schwimmern und Booten: das Azure Window.

Foto >Martin Tschepe

Kanalschwimmer trainieren auf Malta

Isabelle sagt, Malta sei ein geradezu ideales Revier für Freiwasserschwimmer. Sie selbst schwimme immer ohne Neoprenanzug. Das Wasser sei selbst im tiefsten Winter selten kälter als 16 Grad. Deshalb kämen im Januar und Februar mitunter Männer und Frauen zum Trainieren nach Malta, die sich auf die Querung des Ärmelkanals zwischen Frankreich und England vorbereiten - im Sommer hat das Wasser zwischen Calais und Dover ebenfalls etwa 16 Grad.

Malta, Comino und Gozo haben zig Buchen und natürliche Häfen. Wer trainieren will, der kann sich - je nach Windrichtung - einen geschützten Platz suchen. Und weil alle drei Inseln klein sind, ist es jederzeit möglich, im Nu an einen gewünschten Küstenabschnitt zu gelangen, außer zur Rushhour auf Malta, dann nämlich ertrinken die schmalen Straßen im Verkehr.