Mit Köpfchen unterwegs sein

Um Luft zu holen, drehen Sie beim Kraulschwimmen den Kopf. Doch diese einfache Bewegung kann im gesamten Körper eine Gegenreaktion erzeugen. Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie mit Köpfchen trainieren.

| 8. Januar 2015 | TRAINING

Kopfsteuerung | Kopfsteuerung

Kopfsteuerung

Foto >Daniel Kopatsch

Mit Köpfchen unterwegs sein

Denken Sie zunächst einmal an Skiläufer, der vor dem Start bei geschlossenen Augen den Abfahrtskurs vor dem inneren Auge noch einmal abfährt. Da deutet die Kopfbewegung für den Beobachter deutlich auf die Fahrtrichtung hin. Ähnlich verhält es sich bei der mentalen Vorbereitung der Rodel- und Bobsportler. Da wird die Vorstellung der sportlichen Bewegung mit der eigenen Motorik synchronisiert.

Bewegung nach Sekundenbruchteilen

In koordinativ herausfordernden Sportarten erkennt man sehr deutlich, welchen Einfluss die Kopfhaltung auf die gesamte Bewegung hat. So bewegen Eiskunstläufer beispielsweise bei einer Pirouette immer den Kopf voraus und den Körper quasi hinterher. Auch Kunstturner bewegen bei einem Salto oder einer Körperdrehung zunächst den Kopf voraus. Sekundenbruchteile später folgt die komplette Bewegung.

Haltung und Bewegung des Kopfes dienen also der Einleitung eines komplexen Bewegungsablaufs. Deshalb spricht man im Sport auch von der Kopfsteuerung. Ihr kommt jedoch nicht nur bei schwierigen Bewegungsaufgaben eine große Bedeutung zu. In vielen anderen Sportarten bestimmt die Kopfsteuerung die gesamte Körperposition und kann somit auch zu einem hervorragenden Kontrollinstrument werden. Auch im Schwimmsport gibt es zahlreiche Einsatzbereiche der Kopfsteuerung, die es zu beachten lohnt.

Anheben des Kopfes

An erster Stelle steht natürlich die Drehung beziehungsweise das Anheben des Kopfes, um Luft zu holen. Doch schon diese recht einfache Bewegung kann im gesamten Körper eine Gegenreaktion erzeugen. Bei fehlender Fixierung kann beispielsweise die Schulter beim Kraulschwimmen auf der Gegenseite mehr oder weniger leicht abfallen und die Wasserlage verändern. Ist dies erst einmal geschehen, kann das die komplette Körperposition beeinträchtigen.

Auch der nach vorn gerichtete Blick beim Schwimmen und das damit verbundene Anheben der Stirnfläche führen nicht nur zu einem größeren Frontalwiderstand. Gleichzeitig kontert der Oberkörper diese Positionsänderung durch ein Absinken des Beckens. In einer Kettenreaktion verliert der Schwimmer seine flache Wasserlage, erhöht den Widerstand und wendet damit zusätzlich Kraft auf.

Die beste Kopfhaltung nehmen Sie beim Delfin-, Brust- und Kraulschwimmen ein, indem Sie die Blickrichtung weitestgehend senkrecht zu Boden oder leicht nach vorn einstellen.