Kühlung im Sport und was es bringt

Die Regulierung der Körpertemperatur spielt bei Ausdauerbelastungen eine große Rolle. Verschiedene Möglichkeiten, die Temperatur durch Außenanwendungen in den Griff zu bekommen, scheinen die Leistungsfähigkeit erhöhen zu können.

| 20. März 2014 | TRAINING

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Foto >Frank Wechsel / spomedis

Kühlung im Sport und was es bringt

Die Einhaltung einer relativ konstanten Körperkerntemperatur ist nicht nur eine wichtige, sondern eine lebensnotwendige Aufgabe der Thermoregulation des Organismus. Eine konstante „innere“ Temperatur von etwa 36 Grad schützt die inneren Organe und sichert auch unter heißen Umgebungsbedingungen deren Funktionsweise und damit das Überleben.

Lüning | Holger Lüning

Holger Lüning

Unter sportlicher Betätigung kann sich die Temperatur um bis zu drei Grad erhöhen, ohne dass der Organismus Schaden erleidet. Der Wissenschaftler M.B. Maron konnte 1977 in Untersuchungen bei Marathonläufern sogar eine erhöhte Temperatur bis 43 Grad registrieren, ohne dass der Körper daran Schaden nahm!

Wärme durch Sport

Sportliche Leistung erzeugt also Wärme – auch oder gerade beim Schwimmen in einem gut geheizten Pool! Für die Herstellung einer gesunden inneren Körpertemperatur wendet der Organismus viel Mühe auf. Rund 75 Prozent der energetischen Prozesse werden in diesem Falle benötigt, um den Kälte-Wärme-Ausgleich herzustellen. Damit bleiben lediglich 25 Prozent der Energie übrig, um muskuläre Prozesse für die sportliche Leistungserbringung zu nutzen.

Zudem strömt Blut aus dem Zentrum in die Hautgefäße, um dort durch die Abgabe von Schweiß gekühlt zu werden. Dies wiederum führt unter Belastung zu einer erhöhten Herzschlagfrequenz und einem verminderten Schlagvolumen. Die geringere Blutversorgung der Muskulatur ihrerseits kann den Muskel zwingen, früher anaerob zu arbeiten. Diese Auswahl an Aspekten demonstriert eindrucksvoll, wie sehr die menschliche Leistungsfähigkeit von der Temperatur abhängig ist. Marathonbestzeiten im Spitzenbereich werden deshalb immer bei Umgebungstemperaturen von zehn Grad erbracht.

Kälteapplikationen

Grund genug für die Wissenschaft, die Frage nach einer Hilfestellung zu suchen. Im Zuge der zu erwartenden Hitzewelle bei den Olympischen Spielen in Athen und Peking wurden verstärkt sportmedizinische Untersuchungen mit verschieden Methoden der Körperkühlung begonnen. Im Zentrum stand dabei die Auswahl von äußerlich anwendbaren Kühlmaßnahmen –  den Kälteapplikationen.

Die zentrale Frage war, ob es gelingen könnte, die körperliche Leistungsfähigkeit durch eine kurzfristige Abkühlung vor dem Wettkampf positiv zu beeinflussen. Eine weitere Fragestellung betraf die Unterstützung von regenerativen Prozessen nach Ausdauerbelastungen. Würde ein schnelles Herunterkühlen nach Training und Wettkampf die Leistungsfähigkeit schneller wiederherstellen lassen?