Kräftigungstraining im Wasser: Schwimmen mit Paddles

Mit Recht sind Paddles eines der effektivsten Trainingsmittel im Schwimmen. Doch leider gibt es beim Kauf keine Gebrauchsanweisung dazu. Swim.de zeigt Ihnen, wie Sie Paddles im Training ideal einsetzen. Denn so unterschiedlich die Schwimmgruppen sind, genauso unterschiedliche Einsatzmerkmale gibt es beim Gebrauch der Handbretter.

| 27. Dezember 2012 | TRAINING

Paddles | Paddlestraining im Pool auf Hawaii

Paddlestraining im Pool auf Hawaii

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Dosierung: Höchstens 20 Prozent mit Paddles

Schwimmen Sie nämlich längere Strecken mit Paddles, kann durch die Vergrößerung der Abdruckfläche etwas Unerwünschtes entstehen: für ein vergleichbares Tempo benötigen Sie eine geringe Handgeschwindigkeit! Gewöhnt man sich diese Zuggeschwindigkeit nun an, könnten möglicherweise Schwierigkeiten auftauchen, beim Schwimmen ohne Paddles die Geschwindigkeit der Hand wieder auf die gewohnte Zuggeschwindigkeit zu erhöhen. Deshalb ist von einem übermäßigen Gebrauch von Paddles im Training abzuraten. 20 Prozent des Gesamtumfangs einer Trainingseinheit sollten durchschnittlich nicht übertroffen werden. Für eine Drei-Kilometer-Einheit sind folgerichtig Umfänge von 600-800 Meter die Obergrenze.

Paddles | Die Kunststoff-Handbretter werden mit Makkaroni-Gummis an der Hand fixiert.

Die Kunststoff-Handbretter werden mit Makkaroni-Gummis an der Hand fixiert.

Foto >Silke Insel / spomedis

Die Folge eines exzessiven Einsatzes von Paddles könnte sein, dass sich Koordination und Zugmuster verändern und die Schwimmgeschwindigkeit im Extremfall sogar sinkt. Und zwar dann, wenn sich das langsamere Ziehen Unterwasser automatisiert.

Im Idealfall unterteilen Sie deshalb den Gesamtumfang in Teilstrecken, damit Sie die zwischenzeitliche Erholung nutzen können, um die Folgeintervalle wieder mit einer sauberen Technik und hohem Krafteinsatz schwimmen zu können. In dem Fall bieten sich Trainingsserien wie 10 x 50 Meter (Pause: 20 Sekunden oder länger), 6 x 100 Meter (Pause: 30 Sekunden oder länger) oder 4 x 200 Meter (Pause: 40 Sekunden oder länger) für die Entwicklung der Kraftausdauer an.

Große Paddles = großer Effekt?

Für Leistungsschwimmer dagegen, also technisch wie kräftemäßig gut ausgebildete Sportler, bieten sich auch längere Strecken zur Entwicklung der schwimmspezifischen Muskulatur an. Dort können auch Strecken bis 1.500 Meter unter einer spezifischen Aufgabestellung positive Effekte haben.

Je größer desto besser? Diese Pauschalregel gilt besonders beim Schwimmen mit Paddles sicher nicht! Wählen Sie die Größe der Handbretter sehr sorgfältig aus und beginnen Sie mit einer nur leicht vergrößerten Antriebsfläche. Später können Sie die Größen variieren und verhindern damit einen Gewohnheitseffekt.

Swim.de gibt die folgende Empfehlungen:

  • Setzen Sie zu Beginn Paddles ein, die etwa ein Fingerbreit größer sind als Ihre Hände
  • Schwimmen Sie hauptsächlich kurze Distanzen
  • Nutzen Sie die Intervallform für ein effektives Training
  • Achten Sie beim auf eine saubere Technik
  • Behalten Sie die Handgeschwindigkeit im Auge und kürzen Sie ggf. die Teilstrecken

Tipp: Wer dem Problem der sinkenden Handgeschwindigkeit von Vornherein begegnen möchte, der wählt eines der besten Trainingsmittel, das es gibt: Fingerpaddles! Die ermöglichen ein gutes technisches Training, kräftigen dank einer leicht vergrößerten Fläche und stören doch die angestrebte Handgeschwindigkeit nicht signifikant. Besonders im Jugendbereich sind die kleinen Handbrettchen ein idealer Einstieg in das Paddlestraining und zugleich ein sehr wirkungsvolles Hilfsmittel für das Techniktraining.