Freitag, 5. Juli 2024

Extreme Distanzen, Kälte, Abenteuer | Die 12 Varianten des Freiwasserschwimmens

Freiwasserschwimmen ist nicht gleich Freiwasserschwimmen. Unterschiedliche Distanzen, Organisationsformen und Bedingungen machen jedes Event einzigartig.

Hier werden die verschiedenen Disziplinen des Freiwasserschwimmens vorgestellt. Angaben zu Distanzen und Orten müssen nicht auf jedes Schwimmen exakt zutreffen, es gibt zahlreiche Misch- und Zwischenformen. Kern der zwölf Varianten ist die „Typologie des Freiwasserschwimmens“ von Freiwasser-Pionier Steven Munatones.

Thomas Lurz

Rough Water Swimming

Ort: Meer
Distanz: beliebig
Charakter: Training und Wettkampf

Schwimmen im Ozean oder einem anderen Gewässer mit „Surface Chop“ (z. B. kabbeliges Wasser, Wellen etc.)

Langstreckenschwimmen

Ort: Meer, See, Fluss
Distanz: 1 bis 10 Kilometer
Charakter: Wettkampf

Wettkampf-Freiwasserschwimmen mit Distanzen bis 10 Kilometer.

Marathonschwimmen

Ort: Meer, See, Fluss
Distanz: länger als 10 Kilometer
Charakter: Wettkampf

Wettkampf-Freiwasserschwimmen mit Distanzen ab 10 Kilometer.

Abenteuer-/Extremschwimmen

Ort: überwiegend im Meer
Distanz: oft mehr als 20 Kilometer
Charakter: Solo-Wettkampf oder Staffel

Selbstorganisiertes Nonstop-Schwimmen über sehr lange Strecken, zum Beispiel im Ärmelkanal. Begleitet von einer Crew mit Kajak oder Boot.

ID 99283266 © Michal Bednarek | Dreamstime.com

Free Swimming

Ort: in allen Freigewässern
Distanz: nach Lust und Laune
Charakter: Spaß

Baden und Schwimmen ohne Wettbewerbscharakter über beliebige Distanzen in natürlichen Gewässern.

Wild Swimming

Ort: in Seen, Teichen und Flüssen
Distanz: nach Lust und Laune
Charakter: Spaß

Schwimmen und Baden in natürlichen Gewässern, in denen sonst selten oder nie jemand schwimmt. Vielleicht ist es auch verboten. Manche sagen deshalb auch Guerillaschwimmen.

Nachtschwimmen

Ort: in allen Freigewässern
Distanz: beliebig
Charakter: Training und Wettkampf

Schwimmen nach Sonnenuntergang oder vor Sonnenaufgang. Als Einzelevent, beim 24-Stunden-Schwimmen oder notgedrungen während eines langen Schwimmabenteuers (z. B. um Haien zu entgehen)

Expeditionsschwimmen

Ort: Flüsse oder extreme Orte
Distanz: mehrere Kilometer
Charakter: Arbeit oder Grenzerfahrung

Schwimmen ohne Wettbewerbscharakter, mit und ohne Team und Spezialausrüstung. Beispiele: Flussschwimmen mit Wasseranalyse (Foto: Prof. Andreas Fath), Streckenschwimmen in großer Höhe oder im Polarmeer.

Swim Trekking

Ort: Meer
Distanz: 1 bis 8 Kilometer
Charakter: aus Liebe zum Freiwasser

Schwimmen über mehrere Tage ohne Wettbewerbscharakter in der Gruppe oder mit einer geführten Tour. Auch allein als Etappenschwimmen mit Zelt.

Wildwasserschwimmen

Ort: Wildwasser
Distanz: ca. 1 bis 2 Kilometer mit Strömung
Charakter: Wettkampf

Schwimmen im Kleingruppen gegeneinander und gegen die Uhr. Mit Helm und Neopren. Oft mit Vorrunde, Zwischenrunde und Finale. Bis 2015 gab es in dieser Disziplin deutsche Meisterschaften.

Winterschwimmen

Ort: See oder Fluss
Distanz: beliebig
Charakter: Herausforderung

Schwimmen über beliebige Distanzen, bevorzugt in verschneiter Winterlandschaft, bei Wasser zwischen 5 und 10 Grad. In der Regel ohne Wettkampfcharakter.

Eisschwimmen

Ort: See oder Fluss
Distanz: 25 bis 1.000 Meter
Charakter: Herausforderung und Wettkampf

Schwimmwettbewerbe in künstlichen Pools bei Wassertemperaturen unter 5 Grad Celsius. 25-Meter-Distanz für Einsteiger, Höhepunkt sind die 1.000 Meter.

Peter Jacob
Peter Jacob
Mit sechs hieß es für den kleinen Peter schwimmen lernen - falls er mal ins Wasser fällt. Inzwischen ist er groß und schwimmt immer noch jede Woche. Mal mehr, mal weniger, meistens drinnen und manchmal draußen. Und immer mit viel Spaß und Leidenschaft.