Diese Schwimmanzüge sind 2012 erlaubt

Vor rund zwei Jahren beendete die FINA die Ära der Hightech-Wettkampfanzüge im Schwimmen. Die Verwirrung war perfekt: Welche Anzüge sind erlaubt – welche nicht? Seit 2009 veröffentlicht der Weltverband Listen mit regelkonfomer Wettkampfkleidung. Ganz frisch: Die Übersicht der für 2012 zugelassenen Textilien.

| 9. Januar 2012 | MATERIAL

FINA zugelassen | Von der FINA zugelassen: Knielanger Wettkampfbadeanzug mit FINA-Label.

Von der FINA zugelassen: Knielanger Wettkampfbadeanzug mit FINA-Label.

Foto >Frank Wechsel / spomedis

105 Weltrekorde stellten die Schwimmer im Jahr 2008 auf. Ein Jahr später fielen allein bei den Weltmeisterschaften in Rom (Italien) 43 Bestmarken – der Höhepunkt der Hightech-Ära in den Wettkampfbecken. Schwimmer in hautengen, knöchellangen und den Auftrieb fördernden Anzügen ließen scheinbar mühelos Rekorde purzeln. "Wildwest im Schwimmbecken", "Schwimmer fordern Abrüstung" und "Kleider machen Sieger" lauteten die Schlagzeilen. Auch von "Anzugdoping" war die Rede.

Die Gegenmaßnahme: Eine Kommission wurde eingesetzt. Ende 2009 zog der Weltverband FINA die Konsequenz und stellte strikte Regelungen für das Hightech-Material auf. Dem Wettrüsten der Hersteller und Athleten wurde ein Riegel vorgeschoben, fortan gilt bei Wettkämpfen:

  • Schwimmanzüge dürfen aus einem oder zwei Teilen bestehen und nur bis zu den Knien reichen.
  • Schwimmanzüge für Männer dürfen nicht oberhalb des Bauchnabels enden.
  • Schwimmanzüge für Frauen dürfen Nacken und Schultern nicht bedecken.
  • Während des Wettkampfs darf nur ein Schwimmanzug getragen werden. Es ist nicht erlaubt, zwei oder mehr Schwimmanzüge übereinander zu tragen.
  • Reißverschlüsse sind nicht erlaubt.
  • Schwimmanzüge dürfen Anstandsregeln nicht verletzen und müssen aus undurchsichtigem, durchlässigem Gewebe beschaffen sein.

Für das Freiwasserschwimmen gilt folgende Abweichung:

  • Die Anzüge für Männer und Frauen dürfen den Nacken nicht bedecken, nicht über die Schultern und Fußknöchel reichen. Das bedeutet: Anders als im Becken sind bei Wettkämpfen im Open Water knöchellange Anzüge erlaubt.

Die FINA hat nun die Liste der für 2012 zugelassenen Wettkampfkleidung veröffentlicht. 56 Hersteller haben es mit ihren Anzügen auf die Liste geschafft: ein wahrer Textil-Dschungel. Erstmals führt der Weltverband dort auch Schwimmbrillen und -kappen auf – und fürchtet anscheinend auch hier ein Wettrüsten.

"Wir mussten als Mitgliedverband die Regeln der FINA übernehmen und damit auch den ernormen Ärger", bilanziert Manfred Dörrbecker, Referent für Wettkampfbestimmungen der Fachsparte Schwimmen im Deutschen Schwimm-Verband (DSV), die Aufregung unter den Schwimmern, die durch die seit 2009 stets neuen Auflistungen entstanden ist. "Die größte Kritik kam aus den Vereinen und von den Schwimmern, die nicht im Spitzenbereich aktiv sind und den größten Teil der Wettkampfschwimmer im DSV stellen."

DSV: Brillen und Kappen grundsätzlich erlaubt

"Allerdings sind Schwimmbrillen und Badekappen im DSV-Bereich grundsätzlich erlaubt, sie gelten nicht als Hilfsmittel", stellt Dörrbecker klar, um Diskussionen um die "Neulinge" auf der FINA-Liste gar nicht erst aufkeimen zu lassen.

Die FINA-Liste gilt auch für Wettkämpfe des Deutschen Schwimm-Verbands. Allerdings ist nicht vorgeschrieben, dass zwingend nur Anzüge  getragen werden dürfen, die auf der aktuellen FINA-Liste stehen. „Hierbei verweise ich auf die gemeinsamen Festlegungen der Fachsparte Schwimmen und Masters vom 6. Oktober 2010, nach der darüber hinaus auch Schwimmanzüge, die vor 2009 genehmigt wurden und vollständig aus textilem Material gefertigt sind, auch ohne Wiedervorlage bei der FINA akzeptiert werden – vorausgesetzt, sie erfüllen die bestehenden FINA-Regelungen“ erklärt Dörrbecker.

Jeder Schwimmer muss sich persönlich versichern, dass sein Anzug von der FINA zugelassen ist und in Zweifelsfällen den Beweis erbringen. Das kann zum Beispiel durch die Vorlage der Bestätigung des Händlers oder Herstellers sein. Für alle Wettkampfschwimmer empfiehlt sich daher vor dem Start bei einem Schwimmwettkampf ein Blick auf folgenden Link: