Titelkämpfe der Masters finden in Bremen statt

In der Regel geht es eher ruhig und gediegen zu bei den Mastersschwimmern. Man kennt sich, man teilt dieselbe Leidenschaft. Umso deutlicher fiel der Aufschrei in der Szene nach der DM-Kurzbahn 2013 im völlig überfüllten Essener Hauptbad ins Gewicht. In diesem Jahr ist Bremen Gastgeber der Titelkämpfe.

| 21. Mai 2014 | AKTUELL

DKM 2013 | Deutsche Kurzbahnmeisterschaften Schwimmen der Masters 2013 im Essener Hauptbad. Blick ins Haupt-Wettkampfbecken.

Deutsche Kurzbahnmeisterschaften Schwimmen der Masters 2013 im Essener Hauptbad. Blick ins Haupt-Wettkampfbecken.

Foto >Angela Delissen

Sechs Monate vor Beginn der 5. Deutschen Mastersmeisterschaften auf der Kurzbahn ist der DSV bei seiner Suche nach einem Ausrichter fündig geworden. Isolde König, Referentin für Mastersschwimmen im DSV, bestätigte swim.de, dass die Titelkämpfe am 29. und 30. November im Bremer Unibad stattfinden werden. Die Hansestadt ist damit zum zweiten Mal nach 2010 DKM-Gastgeber. Im Gespräch war zunächst Kiel gewesen, sagte König, doch dies wäre „wieder eine Notlösung geworden mit zwei Becken à sechs Bahnen.“

Austragungsorte und Meldezahlen

Jahr

Ort

Teilnehmer

Meldungen

2010

Bremen

955

3.127

2011

Berlin

1.175

3.904

2012

Freiburg

862

3.236

2013

Essen

1.245

4.073

2014

Bremen

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Nach den Meisterschaften 2013 hatte es Kritik an der Organisation und am DSV gehagelt. „Die DM der Masters in Essen war an Unzumutbarkeit für die Schwimmer nicht zu überbieten. Besonders für die Frauen“, schrieb eine Kommentatorin auf der swim.de-Facebookseite. Aufgrund der zahlreichen Meldungen der über 1.200 Teilnehmer wurde entschieden, nach Frauen und Männern getrennt in zwei Becken parallel zu schwimmen. Dabei erwischte die Frauen das Pech, ihre Rennen im „schlechteren“ Becken schwimmen zu müssen. Die Vorsitzende der Fachsparte Masterssport im DSV, Ulrike Urbaniak, sagte im Anschluss, sie sei „halbwegs glücklich mit der Veranstaltung“.

"Nur wenige Bäder geeignet"

Den Verantwortlichen macht der eigene Erfolg schwer zu schaffen, denn die Kurzbahn-Meisterschaften haben bei den Masters einen Nerv getroffen. Seit der Premiere in Bremen vor vier Jahren sind die Meldezahlen hoch. Und genau hier liegt das Problem. „Leider sind im Sportland Deutschland nur sehr wenige Bäder geeignet, eine Veranstaltung von über 1.000 Teilnehmern in hoher Qualität durchzuführen“, sagt König. Neben der Halle in Bremen seien dies Bäder in Berlin, Freiburg und die Schwimmoper in Wuppertal. Jedoch: „Berlin hat sehr viele andere Veranstaltungen zu stemmen, Freiburg hatte 2012 diese DM und in Wuppertal sind jedes Jahr die Meisterschaften der offenen Klasse.“ Auf Bremen fiel die Wahl noch aus einem zweiten Grund. Dort wird derzeit die Schließung der Unihalle mit seinen zehn 25-Meter-Bahnen diskutiert. Die DM soll die Bremer "in ihrem Kampf für eine neue Halle unterstützen".

Damit das Event auch in Zukunft erfolgreich durchgeführt werden kann, hofft König auf die Mithilfe aus der Schwimmlandschaft. Denn der DSV sucht händeringend nach passenden Bädern und ist über Hinweise dankbar. Die Anforderungen haben es allerdings in sich. Die Schwimmhalle muss über 1.000 Sportler fassen, genügend Umkleideschränke und ein Einschwimmbecken bereithalten. Zusätzlich sind ein ausrichtender Verein und viele freiwillige Helfer nötig. König geht davon aus, dass sich die Suche nach einem Ausrichter „in den nächsten Jahren immer mehr hinziehen“ wird.

Härtere Pflichtzeiten?

Eine deutliche Verschärfung der Pflichtzeiten oder ein Meldelimit sind beim Verband derzeit kein Thema. Um die Kurzbahnmeisterschaften etwas zu entzerren, werde derzeit aber überlegt, die Veranstaltung auf drei Tage zu erweitern, berichtet König. Im Gegenzug könnte das Programm der DM „Lange Strecke“ gekürzt werden. Ob damit alle Probleme gelöst sind, glaubt König allerdings nicht. „Meine Befürchtung ist nämlich, dass dann noch mehr Teilnehmer starten möchten.“