Schwimmen unter Gleichgesinnten

Sydney, Australiens Metropole an der Ostküste, ist ein Paradies für Wasserliebhaber. Direkt am berühmten Bondi Beach lädt ein atemberaubender Pool zu einem besonderen Training ein.

| 24. März 2016 | AKTUELL

Sydney | Schwimmen in Sydney.

Schwimmen in Sydney.

Foto >dreamstime.com (Pivariz)

Die Australier lieben Wasser. Und die Australier lieben Schwimmen. Und so ist es kein Wunder, dass eines der spektakulärsten Schwimmbäder der Welt ausgerechnet am Südende von Sydneys berühmtestem Strand steht. Umgeben vom Ozean, gebaut auf die felsige Küste, bieten sich den Besuchern der Bondi Baths grandiose Eindrücke. Immer wieder prallen mächtige Wellen auf die nördliche Ecke des Pools, die besonders weit ins Meer hinaus ragt. Meterhoch spritzt dann die Gischt und hin und wieder fällt den Schwimmern im Becken ein Tropfen Meerwasser auf den Kopf – wenn nicht gleich eine ganze Welle herüber schwappt.

Sydney | Schwimmen in den Bondi Baths ist ein ganz besonderes Erlebnis.

Schwimmen in den Bondi Baths ist ein ganz besonderes Erlebnis.

Foto >dreamstime.com (Pivariz)

In der größten Stadt Australiens gibt es zahlreiche topmoderne Hallenbäder. Doch dieses Becken stammt aus einer anderen Zeit. Dass in den Bondi Baths Leinen gespannt sind, um wie in fast jedem anderen Bad des Landes Tempobahnen abzugrenzen, kann man hier nicht erwarten. Doch in das über 100 Jahre alte Schwimmbad kommen ohnehin die Wenigsten um endlos Bahnen zu ziehen. Nur einige Rettungsschwimmer absolvieren hier ihr Training. Die meisten Besucher schwimmen ein paar Mal hin und her und genießen danach das besondere Ambiente der Baths und den Ausblick auf den weltbekannten Strandabschnitt nebenan.

Sucht nach Wasser

Außerdem ist das Wasser ziemlich frisch, was wiederum der Grund dafür ist, dass sich hier 1929 mit dem Bondi Icebergs Club ein ganz besonderer Schwimmclub gründete. Wie der Name nahelegt, lassen sich die Mitglieder dieses speziellen Vereins von kalten Wassertemperaturen, die im australischen Winter durchaus Richtung zehn Grad Celsius sinken können, nicht abschrecken. Es gehört schon einiges dazu, die Aufnahme in den elitären Club überhaupt anzustreben. Die Regularien sind streng. Wer Mitglied werden will, muss fünf Jahre lang zwischen Mai und September an mindestens drei Sonntagen im Monat ins Wasser springen. Sonst hat er keine Chance.

Für ein exklusives Schwimmerlebnis ist das Bondi Baths also die perfekte Location. Wer dagegen Sydney besucht und richtig trainieren möchte, der ist in einem von der Stadt betriebenen 50-Meter-Pool besser aufgehoben. Sie sind ein authentischer Bestandteil der australischen Kultur und definitiv einen Besuch wert. Im Ian Thorpe Aquatic Centre, den Dawn Fraser Baths oder einem der anderen Bäder sieht jeder, dass das Schwimmen in Australien Nationalsport ist – und das nicht nur wegen der modernen Startblöcke und Leinen oder eines berühmten Namens über dem Eingang. Wenn Jung und Alt am frühen Morgen, zur Mittagspause und nach Feierabend ihre Kilometer abspulen – geschwommen wird fast ausschließlich Freistil – kann es richtig eng werden auf der Bahn. Als Besucher aus dem fernen Europa sollte man sich spätestens dann daran erinnern, dass auf dem Fünften Kontinent auch beim Schwimmen Linksverkehr gilt.

Sydney | Exklusive Location: Der Andrew (Boy) Charlton Pool liegt direkt am Hafen.

Exklusive Location: Der Andrew (Boy) Charlton Pool liegt direkt am Hafen.

Foto >dreamstime.com (Martingraf)

Für 5,00 Euro in historische Hallen

Bei Einheimischen und Besuchern gleichermaßen beliebt ist das Schwimmbad in der Olympiaarena von Sydney 2000. 17.000 Zuschauer fanden während der Spiele rund um das wichtigste Wettkampfbecken des Landes Platz. Heute sind es immer noch beeindruckende 10.000. Und das Beste: Jeder kann hier in der Sportgeschichte schwimmen, das Bad bietet dafür sogar einen tollen Service. Wer auf den Spuren Ian Thorpes oder Grant Hacketts wandeln und nicht umsonst anreisen möchte, kann sich auf der Website des Aquatic Centre auf die halbe Stunde genau anzeigen lassen, wie viele Bahnen für die Öffentlichkeit freigegeben sind. Ansonsten gibt es hier für 7,50 Dollar (etwa 5,00 Euro) genau das, wovon deutsche Freizeitschwimmer träumen: Tempobahnen, die diesen Namen auch verdienen; für sehr schnelle (50 Meter unter 40 Sekunden), schnelle (unter 45 Sekunden), mittelschnelle (unter 60 Sekunden) und langsame Schwimmer (über 60 Sekunden).