Paltrinieri pulverisiert Europarekord - Koch im Finale

Der Italiener Gregorio Paltrinieri hat über 1.500 Meter Freistil für den ersten Europarekord der Schwimm-EM in London gesorgt und drei Monate vor den Olympischen Spielen eine deutliche Kampfansage an die weltweite Konkurrenz geschickt. Marco Koch erreicht das Finale über 200 Meter Brust.

| 18. Mai 2016 | AKTUELL

Gregorio Paltrinieri (ITA) - 800 m Freistil

Foto >Daniel Kopatsch

Weltmeister Paltrinieri übernahm nach der 100-Meter-Wende die Führung und machte von Beginn an klar wohin die Reise gehen soll. Mit seinem konstanten Tempo - die erste und letzte Bahn schwamm er in 27, alle anderen Bahnen in 29 Sekunden - vergrößerte er nach und nach den Abstand zu seinem eigenen Europarekord. Nach 14:34,04 Minuten erreichte der 21-Jährige das Ziel, über fünf Sekunden eher als bei seinem Rekord in Kasan.

Zum Weltrekord von Sun Yang fehlen dem Italiener jetzt nur noch drei Sekunden. Der Chinese war bei der letzten WM in Russland nicht zum Finale angetreten und hatte damit für einen kleinen Skandal gesorgt. Seine Bahn blieb frei und für Paltrinieri war der Weg frei zum Titel. In Rio könnte es nun zum Duell um Gold kommen. Zweiter wurde in London 400-Meter-Sieger Gabriele Detti (Italien). Bronze holte Mykhaylo Romanchuk aus der Ukraine.

Die weiteren Europameister des dritten Wettkampftags in London:

100 Meter Brust Frauen:
Ruta Meilutyte (Litauen), 1:06,17 Minuten
100 Meter Freistil Frauen:
Sarah Sjöström (Schweden), 52,82 Sekunden
200 Meter Freistil Männer:
Sebastiaan Verschuren (Niederlande), 1:46,02 Minuten
200 Meter Lagen Männer:
Andreas Vazaios (Griechenland), 1:58,18 Minuten

Koch erreicht Finale als Zweitschnellster  

Über 200 Meter Brust erreichte Marco Koch mit der zweitschnellsten Zeit den Endlauf am Donnerstagabend. In 2:09,82 war nur der Brite Ross Murdoch eine Zehntelsekunde schneller als der Darmstädter. Im Finale ist Titelverteidiger Koch dennoch der große Favorit. Der 26-Jährige schwamm dieses Jahr bereits mehrfach Zeiten von unter 2:08 Minuten.

Auch Koch-Coach Alexander Kreisel traut seinem Schützling natürlich den Titel zu. Dem ZDF sagte er: „Marco musste noch nicht alles zeigen und morgen wird es ein ganz anderes Rennen. Wenn er das macht was er kann, hat er gute Chancen“.

Der Hannoveraner Markus Gierke schied im Halbfinale über 200 Meter Schmetterling aus. Der deutsche Vizemeister blieb in 1:58,13 Minuten rund eine Sekunde über seiner Bestzeit und wurde Zehnter. Auch für Carl Schwarz aus Potsdam war über 50 Meter Rücken im Semifinale Endstation. In für ihn schwachen 25,77 Sekunden reichte es für ihn nur zu Rang 14.