Mit Markus Rogan aus der schwimmerischen Bedeutungslosigkeit

Österreichs Ex-Weltmeister Markus Rogan will dabei helfen, den Schwimmsport in seiner Heimat aus der Krise zu führen. Der 33-Jährige übernimmt ab sofort eine beratende Tätigkeit im Schwimmverband der Alpenrepublik.

| 28. Juli 2015 | AKTUELL

Markus Rogan (Österreich) | Markus Rogan ist der erfolgreichste Schwimmer Österreichs.

Markus Rogan ist der erfolgreichste Schwimmer Österreichs.

Foto >HEAD

Positives aus dem österreichischen Schwimmsport gab es in letzter Zeit nur selten zu vermelden. Der Verbandsstreit mit seinem letzten international erfolgreichen Athleten Dinko Jukic und der Vorwurf der Veruntreuung von Fördermitteln bestimmten die Schlagzeilen. Der starke Auftritt von Lisa Zaiser bei der EM in Berlin, der mit Bronze über 200 Meter Lagen belohnt wurde, und die herausragenden Leistungen des für Neukölln Berlin startenden Felix Auböck gerieten dabei fast in den Hintergrund. Das Freistiltalent bei den Deutschen Meisterschaften zwei Silbermedaillen über 200 Meter (hinter Paul Biedermann) und 1.500 Meter Freistil (hinter Sören Meißner): Der 18-Jährige ist bereits zweifacher Rekordträger in Österreich.

Lisa Zaiser | Lisa Zaiser (rechts) jubelt bei der EM über Lagen-Bronze.

Lisa Zaiser (rechts) jubelt bei der EM über Lagen-Bronze.

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Trotz dieser Lichtblicke sieht es insgesamt eher mies aus im nationalen Schwimmverband ÖSV, vor allem in der Zusammenarbeit und der Kommunikation. Das sieht auch Markus Rogan so. "Wir sind auf dem Tiefpunkt. Jetzt kann es nur noch bergauf gehen", sagte der Ex-Weltmeister dem ORF und ergänzte: "Wir stecken tief in der Scheiße, aber das ist auch eine fantastische Chance. Wir geben Gas und schauen nach vorne."

"Mein Telefon funktioniert"

Mit Rat und Tat will der gebürtige Wiener den ÖSV-Funktionären und auch den Sportlern zur Seite stehen. Das gab der Verband nach einer Vorstandssitzung letzte Woche bekannt. Zwar flog der zweifache Silbermedaillengewinner bei Olympischen Spielen nach einer kurzen Österreichvisite wieder in seine Wahlheimat Los Angeles. Ein Problem sieht der Ex-Schwimmstar darin aber nicht. "Das soll kein Hindernis sein. Mein Telefon funktioniert ja", sagte Rogan dem ORF.

Bei der WM in Kasan ist Österreich mit elf Schwimmern vertreten. Dass einer von ihnen eine Medaille gewinnen wird, ist eher unwahrscheinlich. Zuletzt gelangen dies Mirna Jukic 2009 über 200 Meter Brust und eben Rogan 2007 über 200 Meter Rücken (jeweils Bronze).

ÖSV-Aufgebot in Kasan: Jördis Steinegger, Birgit Koschischek, Lisa Zaiser, Claudia Hufnagl, Lena Kreundl, Felix Auböck, David Brandl, Jakub Maly, Christian Scherübl, Matthias Schweinzer, Sebastian Steffan.