Kein Wettkampf wie jeder andere

Schwimmwettkämpfe sind langweilig und dauern ewig? Nicht so die Swim Race Days Anfang März in Dortmund. Die Organisatoren des SV Westfalen wollen neue Wege gehen. Das Versprechen: kurzweilige Rennen und ein Event mit hohem Unterhaltungswert.

| 18. Februar 2016 | AKTUELL

Dortmund | Impressionen vom Wettkampf des SV Westfalen im Dortmunder Südbad.

Impressionen vom Wettkampf des SV Westfalen im Dortmunder Südbad.

Foto >Jan Weckelmann

Wer heute schwimmende Kinder hat und früher selbst einmal geschwommen ist, denkt sich manchmal: Es hat sich eigentlich nichts verändert. Drei Rennen an einem Acht-Stunden-Wettkampftag, mäßig Spannung, kaum Zuschauer. Innovative Wettkampfformate gibt es leider viel zu selten.

Dass es anders geht, will der SV Westfalen mit den "Race Days" am 5. und 6. März im Südbad Dortmund beweisen. Eigentlich müsste die Veranstaltung "29. Internationales Jugendschwimmfest Dortmund" heißen, doch das fand das junge Orga-Team "öde", wie Jan Weckelmann berichtet. Der 23-Jährige stellt das Event zusammen mit anderen Schwimmern und Ehemaligen auf die Beine, die im normalen Leben in verschiedenen Berufsfeldern wie Betriebswirtschaft, Fotografie, Medien und Eventmanagement tätig sind. Diese Expertise wird schon beim ersten Blick auf das erfrischend moderne Design von Website und Ausschreibung deutlich.

Dortmund | Olympiasiegerin Ursula Happe überreicht vor einem Jahr den Pokal für die beste Leistung über 50, 100 und 200 Meter Brust.

Olympiasiegerin Ursula Happe überreicht vor einem Jahr den Pokal für die beste Leistung über 50, 100 und 200 Meter Brust.

Foto >Jan Weckelmann

"Nicht das ganze Wochenende warten"

Vor einem Jahr testete man bereits die Trennung der Veranstaltung in zwei Teile, so dass morgens die jungen und später die älteren Teilnehmer schwammen. "Das kam sehr gut an, da die Aktiven und Eltern nicht das ganze Wochenende mit Warten verbringen", sagt Weckelmann. Dass dadurch die Halle nicht so überfüllt war, hätten einige als Vorteil, andere aber auch als Nachteil gesehen, weil weniger Stimmung aufgekommen sei. Genau da wolle man nun ansetzen. "Wir haben uns Aktionen überlegt, wie wir eine gute Stimmung und stabile Meldezahlen erzeugen können", so Weckelmann. Auf der sportlichen Seite gibt es Finalläufe für alle Jahrgänge, ein sogenanntes Elimination Race und eine Sonderwertung um den Ursula-Happe-Pokal, den die Olympiasiegerin von 1956 selbst überreichen wird.

Dortmund | Die eigens gestalteten Medaillen zeigen den Umriss der Stadt Dortmund.

Die eigens gestalteten Medaillen zeigen den Umriss der Stadt Dortmund.

Foto >Jan Weckelmann

Außerhalb des 50-Meter-Pools sind ein Begleitprogramm und eine Lichtshow geplant. Zudem sollen die Siegerehrungen Höhepunkt und kein Pflichtstück sein, das am Ende einfach drangehängt wird. "Auf vielen Wettkämpfen gehen die Aktiven ja schon gar nicht mehr hin. Das soll bei uns anders sein", sagt Weckelmann und verspricht "coole Urkunden" und extra gestaltete Medaillen mit dem Stadtumriss von Dortmund. Zusätzlich gebe es personifizierte Teilnehmerkarten, Willkommenstüten für alle Aktiven, Veranstaltungs-Shirts und einen Fotowettbewerb.

Die Highlights der Race Days am 5. und 6. März:

Getrennte Wettkämpfe: Morgens sind die Talente der Jahrgänge 2003 bis 2007 unter sich. Nachmittags schwimmen die älteren Teilnehmer. Die Zahl der Meldungen ist auf 3.500 Starts begrenzt.

Elimination Race: Die acht Zeitschnellsten über 200 Meter Lagen treten über 4 x 50 Meter gegeneinander an. Geschwommen werden alle vier Lagen, die Reihenfolge wird ausgelost. Nach jeder Runde scheiden die letzten beiden aus, so dass im Finale nur noch zwei Athleten um den Sieg und 100 Euro Prämie schwimmen.

Dortmund | Trotz vieler Aktionen rund um den Pool soll der Sport im Vordergrund stehen.

Trotz vieler Aktionen rund um den Pool soll der Sport im Vordergrund stehen.

Foto >Jan Weckelmann

Ursula-Happe-Pokal: Die Dortmunderin Ursula Happe, 1956 Olympiasiegerin über 200 Meter Brust, wurde 1954 und 1956 zu Deutschlands Sportlerin des Jahres gewählt. Wer bei den Race Days über 50, 100 und 200 Meter Brust in der Addition die meisten FINA-Punkte holt, erhält einen Pokal und 100 Euro Preisgeld. Wenn möglich, wird Ursula Happe den Preis selbst überreichen.

Facebook, Instagram & Co.: Zuschauer und Athleten können während des Wettkampfes unter dem Hashtag #rockthepool auf Twitter, Facebook, Google+ oder Instagram posten. Auch hier wartet ein Preis.

Extras: Die Veranstalter kündigen ein "lehrreiches Begleitprogramm" mit Lichtshow und "würdevollen Siegerehrungen" an. Dazu kommen personifizierte Teilnehmerkarten, Willkommenstüten für alle Teilnehmer, Veranstaltungs-Shirts und ein Fotowettbewerb.

Meldeschluss für die Race Days 2016 ist am 22. Februar. In Zukunft soll der Wettkampf immer am ersten März-Wochenende stattfinden.

Bei über 1.500 Schwimmveranstaltungen im Jahr gibt es mit Sicherheit noch andere Wettkampf-Perlen mit besonderen Rennformaten. Wenn Sie mögen, berichten Sie uns davon (Mail an jacob@swim.de).