Hosszu zerreißt öffentlich Vertrag mit ungarischem Verband

Weltmeisterin Katinka Hosszu ist sauer auf den ungarischen Schwimmverband: Dieser hatte der 26-Jährigen einen Vertragsentwurf zugeschickt, mit dem die mehrfache Weltrekordlerin alles andere als einverstanden war. Auf einer Pressekonferenz zerriss sie das Papier in aller Öffentlichkeit.

| 7. Januar 2016 | AKTUELL

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Euromeet Luxemburg 2014

Foto >Jo Stijnen / Marco Stacchiotti

Bei dem Vertrag handelte es sich laut Nachrichtenagentur DPA um eine Förder-Vereinbarung für die Olympischen Spiele in Höhe von 12 Millionen Forint (ca. 38.000 Euro). Im Gegenzug sollte Hosszu zum Haupt-Werbegesicht für die Schwimm-WM 2017 in Budapest werden. Die Schwimmerin war davon überhaupt nicht begeistert. "Die Förderung habe ich mir mit meiner Leistung verdient, man sollte sie nicht von weiteren Forderungen abhängig machen", sagte Hosszu.

Die Nachricht über die von Verbandspräsident Tamas Gyarfas in Aussicht gestellte Summe erhielt Ungarns erfolgreichste Schwimmerin der letzten Jahre wenige Tage nachdem sie dem Verband vorgeworfen hatte, ihr und anderen Athleten keine ausreichenden Bedingungen für die Olympia-Vorbereitung zu sichern. Dass sie dafür nun als WM-Werbeträger auftreten soll, fasste sie als Versuch auf, ihr den Mund zu verbieten. "Der Verband wollte mich damit bloß zum Schweigen bringen", wird Hosszu von DPA zitiert. "Doch mein Ziel war es nie, dass sich mein Bankkonto füllt, sondern dass der Verband seine Arbeit macht."

Hosszu kündigte an, sich allein mit ihrem Ehemann und Trainer Shane Tusup auf Rio vorbereiten zu wollen.