Grant Hackett zum Entzug in die USA

Was ist mit Australiens Schwimmstars los? Erst vor vier Wochen wurde Ian Thorpe ins Krankenhaus eingeliefert, angeblich wegen Alkoholmissbrauch und Depressionen. Nun begibt sich Olympiasieger Grant Hackett wegen Tablettensucht in Behandlung.

| 26. Februar 2014 | AKTUELL

20040821-park 031 | Grant Hackett bei seinem zweiten Olympiasieg über 1.500 Meter Freistil in Athen 2004.

Grant Hackett bei seinem zweiten Olympiasieg über 1.500 Meter Freistil in Athen 2004.

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Laut Aussagen des Managements des 33-Jährigen, flog Hackett am Dienstag in die USA, um einen Entzug zu beginnen. „Grant befindet sich gerade auf dem Weg, sich in eine Behandlung wegen einer Stilnox-Abhängigkeit zu begeben“, sagte sein Manager Chris White laut Sport-Informations-Dienst (SID) der Zeitung News Limited. „Seine Familie und seine Freunde sind sehr stolz darauf, dass er den Mut hat, diesen Weg zu wählen“, so White. Bei Stilnox handelt es sich um ein Schlafmittel.

Hackett selbst hatte bei seiner Ankunft in Los Angeles allerdings eine andere Erklärung parat. Von Entzug wollte der 1.500-Meter-Weltrekordler nichts wissen. „Dies ist ein Rückzug, um für eine Weile wegzukommen, die Batterien aufzuladen. Das hatte ich schon lange geplant.“ Nach SID-Angaben sprach Hacketts Vater Neville dem Radiosender Triple M gegenüber von Verdrängung. "Ein Entzug ist definitiv etwas, dass getan werden muss.“ Auch bei Thorpe wurden die Probleme zunächst dementiert.

Olympiagold und Weltrekord

Hackett galt zu Beginn des Jahrtausends als bester Langstreckenschwimmer der Welt. In Sydney holte er Olympiagold über 1.500 Meter Freistil und mit der australischen 4-x-200-Meter-Staffel. Vier Jahre später verteidigte er in Athen seinen Einzeltitel und holte zudem zweimal Silber. Zwischen 1998 und 2005 wurde er zehnmal Weltmeister auf der Langbahn. Seine Kurzbahn-Weltrekorde über 800 Meter Freistil (7:23,42 Minuten/2008) und 1.500 Meter Freistil (14:10,10 Minuten/2001) haben bis heute Bestand.