FINA verwarnt Dubai und Doha

Keine israelische Flagge im Schwimmstadion, keine Ergebnislisten mit israelischen Sportlern: Die Weltcup-Organisatoren in Dubai und Doha vermieden die Nennung des Staates Israel wo es nur ging. Jetzt sprach die FINA eine Warnung aus.

| 24. Oktober 2013 | AKTUELL

Startsprung | Start zu einem Rennen in Barcelona.

Start zu einem Rennen in Barcelona.

Foto >Daniel Kopatsch

Viele Länder Arabiens erkennen den Staat Israel nicht an. Im Sport führt das regelmäßig zu Konflikten, weil das Land als reguläres Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) oder des Weltschwimmverbands (FINA) dieselben Rechte genießt, wie jedes andere Mitglied auch. Vor allem im Tennis kommt es immer wieder zu offenen Eklats. 2010 wurde der Spitzenspielerin Shahar Peer die Einreise zu einem Turnier in Dubai verwehrt. Erst vor wenigen Wochen trat ein Tunesier auf Druck seines Verbandes bei einem Turnier in Taschkent nicht zum Viertelfinale an. Der Grund: Er hätte gegen einen Israeli spielen müssen.

Amit Ivry | Bei Amit Ivry aus Israel wird auf Bahn 5 keine Flagge gezeigt.

Bei Amit Ivry aus Israel wird auf Bahn 5 keine Flagge gezeigt.

Foto >FINA-TV

Der Schwimmsport blieb von solchen Vorkommnissen bisher verschont - zumindest erreichten sie nicht die große Öffentlichkeit. Doch nach den Weltcups in Dubai und Doha in der vergangenen Woche berichtete der israelische Schwimmer Gal Nevo von unterschwelligen Ressentiments: "Damit unsere Flagge nicht gezeigt und unsere Namen nicht genannt werden mussten, wurden die Ergebnisse der Rennen, in denen wir starteten, nicht veröffentlicht", zitiert swimvortex.com den 26-Jährigen. "Auch unsere Gegner erwarteten nach den Vorläufen die Resultate auf der Anzeigetafel. Doch dort zeigten sie bereits das nächste Rennen ohne die Namen und Zeiten des vorherigen zu erwähnen.“

FINA garantiert Besserung für 2014

Auch in der TV-Übertragung gab es Unstimmigkeiten. So wurde die Schwimmerin Amit Ivry bei der Vorstellung der Finalteilnehmerin über 100 Meter Lagen in Doha erst übergangen. Dann wurde statt der israelischen Flagge nur ein weißes Feld gezeigt. Nach Protesten am ersten Wettkampftag in Dubai soll sich die Situation am zweiten Tag gebessert haben. Zwei Tage später war in Doha aber wieder alles beim Alten. 

In einer Mitteilung verurteilte die FINA das Verhalten der Organisatoren und sprach Verwarnungen gegen die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar aus. "Die FINA-Regeln gelten für alle nationalen Verbände gleich", heißt es. Außerdem garantiert der Weltschwimmverband, "alle nötigen Schritte zu unternehmen, um ein solches Verhalten in Zukunft zu verhindern". Dabei verweist die FINA explizit auch auf die Kurzbahn-WM in Doha im Dezember 2014.