Ein Österreicher in Berlin: Felix Auböck sorgt bei EM für Furore

Von den deutschen Schwimmern ist bei der EM in London bisher nicht viel zu sehen. Dafür sorgt ein in Berlin lebender Österreicher für Furore. Felix Auböck ist Österreichs größte Schwimmhoffnung seit Markus Rogan und seit Montag EM-Vierter über 400 Meter Freistil.

| 18. Mai 2016 | AKTUELL

Auböck | Felix Auböck bei der Siegerehrung 200 m Freistil bei der DM 2015.

Felix Auböck bei der Siegerehrung 200 m Freistil bei der DM 2015.

Foto >Daniel Kopatsch / spomedis

Mirna und Dinko Jukic, Maxim Podoprigora, Birgit Koschischek: Immer wieder schaffen es vereinzelt Schwimmer aus Österreich in die Weltspitze vorzudringen. An einen reicht seit Jahren aber niemand heran. Markus Rogan, zweifacher Silbermedaillengewinner von Athen über 100 und 200 Meter Rücken und ehemaliger Weltrekordler, ist der größte Schwimmstar der Alpenrepublik. Bisher. Denn mit Felix Auböck schickt sich ein junger Freistilschwimmer aus der Nähe von Wien an, es dem großen Rogan nachzumachen. SWIM.DE sprach mit 19 Jahren alten Toptalent.

"Ich bin heiß darauf, im nächsten Olympiazyklus um Medaillen mitzuschwimmen."

Felix Auböck

Felix Auböck, was überwiegt nach Ihren 400 Meter Freistil in London: Die Freude über den neuen Landesrekord (3:46,88 Minuten) oder die Enttäuschung, dass es ganz knapp nicht gereicht hat zu einer EM-Medaille? Kurz nach dem Rennen war die Freude größer, doch jetzt ärgere ich mich schon sehr, dass es nicht geklappt hat wegen diesen 0,07 Sekunden. Insgesamt bin ich aber überglücklich, weil ich niemals gedacht hätte, dass ich so eine Zeit schwimmen kann und mich so gut platzieren würde. Der Rekord war nett, aber um vorn mitschwimmen zu können, musste eine solche Zeit her.

Wie verlief das Rennen aus Ihrer Sicht? Ich hatte das Glück, dass ich neben Gabriele Detti schwamm. Ich bin so nah wie möglich an ihm drangeblieben. Nach 200 Metern hatte ich schon starke Schmerzen, fühlte mich aber noch in der Lage zu pushen. Bei 300 Metern lag ich mit drei anderen gleich auf und deshalb versuchte ich, von 300 bis 350 Meter alles zu geben. Im Nachhinein ist es ärgerlich, dass ich den zweiten Platz bei 350 Metern hatte und auf den letzten Meter noch verloren habe.

Felix Auböck | Felix Auböck nach einem Rennen in Berlin.

Felix Auböck nach einem Rennen in Berlin.

Foto >Peter Jacob / spomedis

Was nehmen Sie aus diesem Rennen mit? Der vierte Platz war ein ganz wichtiger Lernprozess für mich. Ich versuche jetzt, das Beste daraus mitzunehmen und ich bin heiß darauf, im nächsten Olympiazyklus um Medaillen mitzuschwimmen.

Über 200 Meter Freistil war am Dienstag im Halbfinale Schluss. Ich wollte eigentlich schneller sein, doch ich spürte die zweimal 400 Meter von Montag noch sehr, sodass ich nicht in der Lage war, besser zu schwimmen. Jetzt habe ich noch die 100 Meter und die 4 x 200 Meter Staffel, bei der ich nochmal tolle Zeiten erzielen möchte.

Siegerehrung | Neben Paul Biedermann und Clemens Rapp (rechts) auf dem Treppchen: Felix Auböck (links) schwimmt bei Deutschen Meisterschaften vorn mit.

Neben Paul Biedermann und Clemens Rapp (rechts) auf dem Treppchen: Felix Auböck (links) schwimmt bei Deutschen Meisterschaften vorn mit.

Foto >Daniel Kopatsch / spomedis

Wie kommt es, dass Sie als Österreicher in Berlin trainieren? In Österreich gab es an dem Stützpunkt, an dem ich trainierte, einige Probleme. Deshalb suchte ich ein neues und professionelles Umfeld. Dieses habe ich in Berlin gefunden.

Was nehmen Sie sich für Rio vor? In Rio wird es sehr schwer, vorn mitzuschwimmen. Wichtig ist mir, eine tolle Leistung zu zeigen, um dann vielleicht in ein Halbfinale zu rutschen. Bei meinen ersten Olympischen Spielen möchte ich so viele Erfahrungen mitnehmen wie es geht, um dann 2020 voll dabei zu sein.

Sie sind Österreichs größte Schwimmhoffnung seit Markus Rogan. Hat er sich schon mal bei Ihnen gemeldet? Nein, bisher noch nicht.