DSV-Team auf dem Weg nach Shanghai

23 Athleten umfasst das Team des Deutschen Schwimm-Verbands bei den Becken-Wettkämpfen der Weltmeisterschaften in Shanghai. Derzeit holt sich die Mannschaft den letzten Feinschliff in Berlin – und hat sich dabei über die Schwimmerschultern schauen lassen.

| 13. Juli 2011 | AKTUELL

Di Carli, Steffen, Biedermann | Deutsche Medaillenhoffnungen für Shanghai: Marco Di Carli, Britta Steffen und Paul Biedermann

Deutsche Medaillenhoffnungen für Shanghai: Marco Di Carli, Britta Steffen und Paul Biedermann

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Pressekonferenz des Deutschen Schwimm-Verbands (DSV) in einem Hotel in Berlin. Hier wohnen zur Zeit die deutschen Top-Schwimmer, neun Frauen und 14 Männer um die Stars Britta Steffen und Paul Biedermann. Die Wettkampftaschen sind bereits gepackt, denn von der Hauptstadt aus startet übermorgen, am Freitag, das Flugzeug zu den 14. FINA-Schwimmweltmeisterschaften in Shanghai (China).

Vorfreude auf Shanghai

Diese Woche holt sich die Mannschaft den letzten Feinschliff am Berliner Olympiastützpunkt in Hohenschönhausen. Unmittelbare Wettkampfvorbereitung (UWV) nennt sich diese Maßnahme, die zentral vom DSV gesteuert wird. Der Tagesrythmus besteht aus Schwimmen, Essen, Schlafen – und von Vorfreude geprägten Blicken auf die Wettkampftasche, die am 24. Juli 2011, dem ersten Tag der Becken-Wettkämpfe, geöffnet wird.

Entspannt und voller Vorfreude zeigten sich auch die Medaillenhoffnungen Britta Steffen, Doppel-Weltmeisterin von 2009, Paul Biedermann und Marco Di Carli mit Blick auf die Welttitelkämpfe. "Ich bin gut durch die Vorbereitung gekommen und gut drauf. Jetzt freue ich mich auf Shanghai", so Biedermann, Weltrekordhalter über 200 und 400 Meter Freistil.

Olympia wirft Schatten voraus

Auch Bundestrainer Dirk Lange blickt aus Berlin voraus nach Shanghai. "Die UWV ist der Schlusspunkt einer langen Vorbereitung. Die letzten Wettkämpfe haben gezeigt, dass wir vorn mitschwimmen können - und das ist das Ziel. Die Mannschaft hat einen starken Charakter, eine selbstbewusste Körpersprache", zeigt sich Lange zufrieden mit seiner Auswahl.

Dennoch warnt der Wahl-Berliner vor überhöhten Erwartungen. "Erfolge kann man nicht versprechen. Das Niveau wird so hoch sein wie lange nicht mehr. Diese WM spürt schon jetzt die langen Schatten von London", sieht Lange die Welttitelkämpfe als Ausgangsbasis für die Olympischen Spiele 2012. "Das Ziel sind so viele Endlaufplatzierungen wie möglich und vielleicht die eine oder andere Medaille", liebäugelt der Bundestrainer mit Blick auf seine drei neben ihm sitzenden  Top-Stars mit weltmeisterlichem Edelmetall, denn "wer in Shanghai vorn ist, wird mit fünfzigprozentiger Wahrscheinlichkeit auch bei Olympia vorn mit dabei sein."

Kampf um jeden Millimeter

Auf harte Konkurrenz hat sich auch Britta Steffen eingestellt, die in Shanghai ihre Titel über 50 und 100 Meter Freistil verteidigen will. "Besonders die sprintstarken Niederländerinnen um Ranomi Kromowidjojo und Fran Halsall aus England sind zu beachten", weiß die Berlinerin bereits genau, wer neben ihr auf dem Startblock stehen wird.

Einen Blick auf die Konkurrenz hat auch Marco Di Carli, der Überraschungssieger der Deutschen Meisterschaften über 100 Meter Freistil, bereits geworfen. "Ich habe trainiert bis zum Anschlag und darüber hinaus und werde keinen Millimeter kampffrei aufgeben", zeigt sich der Weltrangslistenerste über die Königsdisziplin 100 Meter Freistil kampfeslustig.

Blick nach vorn

Nach dem Verbot der Hightech-Anzüge, in denen Britta Steffen ihre beiden Olympiatitel und Paul Biedermann seine beiden Weltrekorde holten, wird in Shanghai erstmals wieder ohne auftriebförderndes Material ins Wasser gesprungen. "Nun geht es wieder um den Kampf Mann gegen Mann. Ich bin froh, dass das Wettrüsten vorbei ist, jetzt gibt es nur noch ein Wettrüsten im Training", blickt Marco di Carli optimistisch voraus. Und auch Bundestrainer Dirk Lange richtet den Blick erneut konsequent nach vorn: "Die Anzug-Diskussion ist langweilig und ein Nach-hinten-Gucken. Vorn schwimmen aber nach wie vor die Leute, die auch im Hightech-Anzug vorn waren. Auch wir wollen vorn bleiben. Also müssen wir auch nach vorn gucken", gibt der Cheftrainer seinem Team eine klare Ausrichtung mit auf den Weg nach China.