"Der Titel über 100 Meter Freistil reizt mich schon noch"

Innerhalb von nur 22 Minuten holte sich Dorothea Brandt am Freitagabend die Meistertitel über 50 Meter Brust und 50 Meter Schmetterling. Nun will sie auch den über die Prestigestrecke 100 Meter Freistil - ein "Abfallprodukt" ihres Sprinttraining, auf dem weiterhin der Fokus liegen soll.

| 2. Mai 2014 | AKTUELL

DM 2014 Berlin | Deutsche Meisterschaften im Schwimmen, Berlin, 50 Meter Schmetterling der Frauen, Dorothea Brandt (links)

Deutsche Meisterschaften im Schwimmen, Berlin, 50 Meter Schmetterling der Frauen, Dorothea Brandt (links)

Foto >Daniel Kopatsch

Dorothea Brandt, ganze 22 Minuten lagen zwischen Ihren beiden Meistertiteln über 50 Meter Brust und Schmetterling. Über die Brust-Strecke sind Sie im Vorlauf deutschen Rekord geschwommen, im Schmetterling-Finale fehlten nur sieben Hundertstel. Die Frage nach Ihrer Zufriedenheit erübrigt sich eigentlich.

Ja, damit bin ich sehr zufrieden - sowohl mit den Titeln als auch den Zeiten. Da bin ich in Bereiche geschwommen, in die nicht viele reinkommen. Darüber freue ich mich sehr.

Welches der Rennen heute ist Ihnen im Nachhinein am meisten wert?

Eine schwierige Frage: Über Brust war es der Vorlauf, über Schmetterling das Finale.

Zwei Titel innerhalb von 22 Minuten sind ein starker Auftakt. Wie viele werden es bis zum Sonntagabend?

Im Minimum drei, vielleicht sogar vier. Ich habe ja morgen noch die 100 Meter Freistil. Im letzten Jahr bin ich nur den Vorlauf geschwommen, um mich für die 50 Meter zu schonen. Wenn ich mich hier für’s Finale qualifiziere, dann werde ich es auch schwimmen. Der Titel über 100 Meter auf der langen Bahn reizt mich schon noch ein bisschen.

Ich will nicht unhöflich sein, aber Sie kommen mit 30 Jahren ja so langsam ins höhere Schwimmeralter für eine Sprinterin. Ist die „Langstrecke“ über 100 Meter da eine Zukunftsperspektive?

Nein, die 100 Meter sind ganz klar ein Abfallprodukt. Ich profitiere da sehr von meiner Geschwindigkeit und versuche, die so lange wie möglich hoch zu halten und vornewegzuschwimmen. Wenn’s funktioniert, ist das toll. Aber ich habe mich darauf nicht besonders vorbereitet, mein Fokus liegt weiterhin definitiv auf den 50 Metern Freistil.

Und wie lautet dafür Ihre Prognose?

Im letzten Jahr bin ich hier 24,5 Sekunden geschwommen. Das ist in diesem Jahr mein Minimalanspruch. Alles, was unter 24,50 liegt, ist schön. Da kann ich mich dann richtig drüber freuen.