Bremer Schwimmer sitzen auf dem Trockenen

Möglicherweise hat die Geschichte des Unibads Bremen schon jetzt ein Ende. Anstatt wie geplant nach der Sommerpause den Betrieb wieder aufzunehmen, wurde das wichtigste Sportbad in Deutschlands kleinstem Bundesland auf unbestimmte Zeit geschlossen.

| 9. September 2015 | AKTUELL

UNIBAD-pano_125840.3-kl-e1438508248641 | Unibad Bremen

Unibad Bremen

Foto >Initiative Rettet das Unibad

Ausgepumpte Becken statt voller Bahnen, Pressekonferenzen und Proteste statt Schulschwimmen: Das Sportbad der Universität Bremen, kurz Unibad, bleibt auch nach den Sommerferien dicht. Der Grund sind Schimmelpilze und giftige Fasern, die im Lüftungssystem der Schwimmhalle gefunden wurden. Für die Bremer Sportler ein echtes Problem: 23 Vereine, die das 50-Meter-Becken nutzten, müssen sich plötzlich nach neuen Schwimmmöglichkeiten umsehen. Außerdem sind Kanuten, Taucher, Studierende und alle anderen Schwimmbadbesucher betroffen.

Im November 2014 wurden im Bremer Unibad noch die deutschen Masters-Meisterschaften mit über 1.000 Teilnehmern auf der Kurzbahn ausgetragen. Es könnte für lange Zeit der letzte große Schwimmwettkampf in Bremen gewesen sein. Eine andere wettkampftaugliche Halle gibt es nicht.

Bereits Anfang 2014 sprach sich der Senat des hochverschuldeten Bundeslandes gegen eine Sanierung des Unibads aus und revidierte damit die Entscheidung aus dem Mai 2013, die Schwimmhalle für maximal zehn Millionen Euro zu erneuern. Seitdem regt sich Widerstand unter den Bremer Schwimmern: Die Initiative "Pro Unibad" argumentiert, man könne auch kostengünstiger renovieren, zudem sei der Bau aus den 1970er-Jahren architektonisch wertvoll.

Verdreckte Becken, defekte Heizung

Fakt ist: Die in die Jahre gekommene Schwimmhalle ist kein Wellnesstempel. Verdreckte Becken, defekte Heizungsanlagen und ein veralteter Sanitärbereich – über die Jahre sind notwendige Instandhaltungsmaßnahmen versäumt worden. Dass sich eine Sanierung wirtschaftlich lohnt, wird vom Senat nicht ohne Grund bezweifelt.

Die Leidtragenden der politischen Entscheidungs-Unwilligkeit sind die Bremer Schwimmer. Am 7. September protestierten sie lautstark im Hallenbad am Weserstadion. Die Sportler und Vereine müssen auf andere Bäder Bremens umverteilt werden. Das wird ohne Einschränkungen für die Schwimmer kaum möglich sein. Eine schnelle Lösung für den Schwimmsport ist in der Hansestadt bislang nicht in Sicht.