Benjamin Starke: Auch ich für Deutschland

Dienstag haben die deutschen Schwimmer Quartier im Londoner Olympiadorf bezogen. swim.de stellt die über ihre Einzelstrecken qualifizierten Athleten in einer Serie vor. Heute: Benjamin Starke.

| 28. Juli 2012 | AKTUELL

Starke | Benjamin Starke Olympia-Serie

Benjamin Starke Olympia-Serie

Foto >Frank Wechsel / spomedis (Grafik: dreamstime.com / Siloto)

Benjamin Starke: Auch ich für Deutschland

Benjamin Starke ist schon ganz auf Olympia-Modus eingestellt. Kaum ins olympische Dorf eingezogen, hat er zusammen mit Freundin Sabine Lisicki das Motto, das der DOSB für die Spiele ausgegeben hat, in großen Lettern vor die Haustür gemalt: „Wir für D“ stand dort am Mittwoch geschrieben – bevor die typischen Londoner Wolken den ungewöhnlich blauen Himmel der vorolympischen Tage verdunkelten und der Regen die bunten Kreide-Buchstaben verblassen ließ.

Der Stimmung kann aber auch dieser Wetterumschwung nichts anhaben. Und der Motivation schon mal gar nicht. Schließlich möchte Starke über 100 Meter Schmetterling sein erstes Einzel-Finale bei internationalen Meisterschaften erreichen.

Fahrradfahren statt Wassertraining

Lange war nicht klar, ob der deutsche Rekordhalter überhaupt sein Zimmer im olympischen Dorf würde beziehen können, wurde er doch vor den entscheidenden Qualifikationswettkämpfen erneut von einer schweren Schulterverletzung ausgebremst. „Vor den Deutschen habe ich nur drei Wochen Wassertraining gemacht, bin mehr Fahrrad gefahren als alles andere“, erinnert sich der Berliner.

Danach wusste er, er würde vermutlich bei der DM nicht in der Lage sein, sein anvisiertes Pensum 200 Meter Freistil, 100 Meter Schmetterling und 100 Meter Freistil erfolgreich zu absolvieren. Starke entschied sich daher schweren Herzens, die Chance auf eine Qualifikation für die aussichtsreiche 4x200-Meter-Freistil-Staffel zu verzichten und sich ganz auf einen Einzelstart über seine Paradedisziplin zu konzentrieren. Mit Erfolg.

Letztes Wort ist noch nicht gesprochen

Zwar musste er seinen Meistertitel an Steffen Deibler abtreten. Aber für den Delphin-Part in der Lagenstaffel, mit der Starke vor einem Jahr zu WM-Bronze schmetterte, werde das letzte Wort ohnehin erst nach den Einzelstarts der beiden Delphin-Spezialisten gesprochen. „Wer dort schneller ist, der ist drin. Da gibt es gar keinen Diskussionsbedarf. Das klärt sich über die Leistung.“

Benjamin Starke ist einer der erstaunlich wenigen deutschen Schwimmer in London, die bereits Olympische Spiele erlebt haben. „In Peking war ich noch ein bisschen überwältigt, da waren es richtig viele Eindrücke, die auf einen eingeprasselt sind. Da bin ich schon ein, zwei Tage mit offenem Mund durch die Gegend gelaufen“, erinnert sich der 25-Jährige.

„Wenn man in der Mensa sitzt und da auf einmal die Basketballer aus den USA reinkommen und auch in der Mensa gleich 50 Leute aufspringen, die von denen Autogramme wollen – das ist schon was Besonderes.“