250 Prozent mehr Medaillen angestrebt

Eine Steigerung der Medaillenausbeute um 250 Prozent - das ist das ehrgeizige Ziel, das die Leistungssportverantwortlichen des Deutschen Schwimmverbands sich für die Olympischen Spiele 2012 in London gesteckt haben. In einem Jahr wird es ernst - doch noch haben die Trainer mit Terminproblemen zu kämpfen.

| 2. Juni 2011 | AKTUELL

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Foto >Frank Wechsel / spomedis

Ursprünglich hatte der Deutsche Schwimmverband geplant, Ende Mai 2012 die Deutschen Meisterschaften in der Berliner Europaschwimmhalle durchzuführen - inklusive Olympiaqualifikation. Die kürzlich erfolgte Entscheidung des europäischen Verbands LEN, genau auf diese Woche auch die Europameisterschaften in Antwerpen zu legen, bringt den DSV nun in die Zwickmühle: "Wir sehen eine sportpolitische Verpflichtung, eine starke Mannschaft nach Antwerpen zu schicken", sagt DSV-Sportdirektor Lutz Buschkow. "Schließlich haben wir für 2014 selbst die Europameisterschaften nach Berlin geholt."

Doppelte Qualifikationschance für London?

Bis zum Ende dieser Meisterschaftswoche will man sich nun entscheiden, wie die Qualifikation zu den Olympischen Spielen 2012 schließlich erfolgen soll. Das Modell, das Buschkow am dritten Wettkampftag auf einer offenen Podiumsdiskussion am Rande der Deutschen Meisterschaften präsentierte, sieht eine doppelte Qualifikationschance vor: Eine Woche vor der EM soll es dabei in Berlin um die nationalen Titel gehen. Für die EM selbst werde es schon Ende März einen Qualifikationswettkampf geben - "mit etwas geringeren Leistungsanforderungen", wie Buschkow betonte.

Ziel: Zwölf Medaillen in London

Eines steht jedoch schon fest: Die Hürde für die Olympiaqualifikation wird erneut hoch. Die Normzeiten werden sich am zehnten Platz der Weltrangliste orientieren, für die WM in diesem Jahr gilt Platz elf. Ebenso ehrgeizig sind auch die Ziele, die der DSV mit dem DOSB vereinbart hat: Nach zweimal Gold in Peking für Britta Steffen über 50 und 100 Meter Freistil, einmal Bronze im Freiwasser für Thomas Lurz und zwei Medaillen in den Sprungwettbewerben sollen am Ende der Spiele von London zwölf Medaillen zu Buche stehen - eine Steigerung von 250 Prozent. Schon bei der Weltmeisterschaft Ende Juli 2011 in Shanghai will man mit je zwei Gold-, Silber- und Bronzemedaillen im Pool und vier weiteren Medaillen im Freiwasser überzeugen.

Wenn das gelingt, wäre der DSV seiner eigenen Planung eigentlich ein ganzes Stück voraus: "Ein Spitzenschwimmer braucht sechs bis sieben Jahre vom Landesbereich in Weltspitze", sagt Bundestrainer Dirk Lange, der mit Buschkow nach den Olympischen Spielen 2008 die Regie übernommen hat. "Wir sind erst im Jahr zwei oder drei."