"Wie in einem Rausch"

Die deutschen Freiwasserschwimmer sind bei der WM in Barcelona überlegen zur Goldmedaille im Team-Wettbewerb geschwommen. Über fünf Kilometer distanzierten Isabelle Härle, Thomas Lurz und Christian Reichert das zweitplatzierte Team aus Griechenland um mehr als eine Minute und Thomas Lurz machte seinen Medaillensatz 2013 perfekt.

| 25. Juli 2013 | AKTUELL

20110623_dm-freiwasser_0620 | DM Freiwasser 2011: Christian Reichert bei der Verpflegung

DM Freiwasser 2011: Christian Reichert bei der Verpflegung

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Vierter Freiwasser-Wettkampftag, vierte Freiwasser-Medaille, erstes Gold. „Das war ja unglaublich“, platzt es aus einem glücklichen Freiwasser-Bundestrainer heraus. Kein Wunder, war das Team doch fast eine Minute schneller, als die Männer im Fünf-Kilometer-Einzelrennen.

"Also wie sie das gemacht haben, das ist der Hammer. Die hatten so ein hohes Tempo, vom Anfang bis zum Ende, waren wie in einem Rausch, das war einfach nur geil.“Dieser Ausbruch von Stefan Lurz fasst ganz gut zusammen, warum Christian Reichert, Thomas Lurz und Isabelle Härle das erste WM-Gold für die Freiwasserschwimmer gewonnen haben. Sie schienen von Beginn an perfekt eingestellt, waren immer bemüht, den Sog für Härle optimal auszunutzen. Ganz im Gegensatz zu manch anderen Teams, die teils kreuz und quer durch den Hafen von Barcelona kraulten, ein Trio ließ seine Frau gleich hundert Meter hinter sich.

„Die Isi ist perfekt geschwommen, konnte jede Geschwindigkeit mitgehen“, lobt auch der nun elffache Weltmeister Thomas Lurz, dem bereits früh klar gewesen sei, dass es richtig gut ausgehen kann. „Die ersten 500 Meter habe ich schon gemerkt, dass wir gegen die Italiener (die eine Minute vor ihnen gestartet waren, d. Red.) aufholen. Dann hat Stefan mir nochmal angezeigt, dass wir schon 30 Sekunden aufgeholt haben nach nicht mal 2000 Metern, da wusste ich schon, dass wir ganz vorne mit dabei sind.“ Im Rausch der Erlebnisse würde Lurz auch gerne noch die 25 Kilometer am Samstag schwimmen. „Aber das Problem sind die Wunden von meinen Anzügen“, sagte Lurz und zeigte auf die Abriebwunden und Striemen an Hals und Oberkörper.

Härle auch im Becken am Start

Härle, die mit Lurz und Jan Wolfgarten vor zwei Jahren in Shanghai bereits Bronze geholt hatte, war „einfach nur wahnsinnig froh. Ich hatte vorher immer Angst, dass ich den Jungs nicht hinterherkommen kann“, so die 25-Jährige, die als einzige Deutsche Teilnehmerin auch noch im Becken an den Start gehen wird. „Ich wusste, das Thomsen und Christian 'ne Medaille wollen und ich konnte dem gerecht werden“, ergänzte Härle schmunzelnd.

Die einzige knifflige Situation in einem sonst perfekten Rennen beschreibt Christian Reichert so: „Wir hatte die Neuseeländer und die Italiener zeitgleich eingeholt. Da hatte ich kurz überlegt, ob ich nach innen oder nach außen vorbeiziehe. Ich hab mich dann für außen entschieden, innen hätten sie uns durch die Bojen durchdrücken können“, so der Mann für die Orientierung. Das sei dann vermutlich auch die Situation gewesen, in der die Schiedsrichter die gelbe Fahne für „Team Germany“ geschwenkt haben. „Da wurde es nochmal ein bisschen eng, aber da wir vorher auch schon einiges einstecken mussten, haben wir an der Boje eben auch ein bisschen ausgeteilt, damit wir dann hinterher freie Fahrt haben.“

„Das war rundrum eine super Teamleistung, nicht nur von uns, auch von den Coaches, die uns den ganzen Weg begleitet haben, von den Beckenschwimmern, die alle da waren und der Schwimmjugend, die uns angefeuert hat. Ich glaube wir haben es uns verdient“, sagt Rekordweltmeister Lurz, dem diese Team-Medaille genauso viel bedeute, wie seine Einzeltitel: „Weltmeister werden ist immer geil, egal auf was.“

WM 2013, 5 Kilometer | Mixed-Team

Platz

Nation

Zeit

1

Deutschland

52:54,9 min

2

Griechenland

54:03,3 min

3

Brasilien

54:03,5 min

4

Australien

54:16.1 min

5

Italien

54:34.0 min

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