Wenn 13 Sekunden entscheiden

Bei einem Open-Water-Wettkampf über 57 Kilometer Dritter zu werden, ist eine solide Leistung. Wenn nach acht Stunden aber nur 13 Sekunden zum Sieg fehlen und die Konkurrenz einen kurz vor dem Ziel überholt, kann das verdammt bitter sein. Alexander Studzinski bloggt über seine Erlebnisse in Argentinien.

| 4. Februar 2014 | AKTUELL

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Alexander Studzinski

Foto >Finis

Hallo liebe Leser,

eine lange Reise nach Argentinien habe ich auf mich genommen, um beim ersten FINA-Grand-Prix des Jahres dabei zu sein. Mit einer Strecke von 57 Kilometern hatte es das Rennen in sich. Es ging von Santa Fe den Fluss herunter nach Coronda.

Warten auf den Start

Der Wettkampf fing mit einer kleinen Überraschung an. Knapp 15 Minuten vor dem Start hieß es, dass das Rennen erstmal verschoben werde, da ein großes Gewitter im Anmarsch war. Natürlich war jeder von uns schon in Wettkampfmontur – also eingecremt und eingefettet. So mussten wir dann mehr als eine Stunde in einem kleinen Räumchen warten, bis der Veranstalter nach einigem Hin und Her, sich dazu durchgerungen hatte, das Rennen doch zu starten. Dieses Durcheinander vor einem sehr langen Tag ist der Konzentration nicht wirklich zuträglich. Nichtsdestotrotz ging es mit knapp 75 Minuten Verspätung los.

Am Anfang gab es viel Getrete und Gehaue, da es erst zehn Minuten gegen die Strömung ging und man dabei nicht wirklich vorwärts kommt. Leider war der Fluss etwas rau und wellig, aber da muss ja zum Glück jeder durch. Bis auf ein bis zwei kleinere sinnlose Antritte von anderen war bis ca. fünf Stunden nicht viel los. Danach wurde es etwas hektischer und das Pack verkleinerte sich auf etwa neun Mann. Nach einer weiteren Stunde waren nur noch fünf Mann drin.

Zu dritt unterwegs

Da ich ja nicht so der Sprinter bin, habe ich mich dazu entschlossen, nach sieben Stunden mal ein wenig Dampf zu machen. So ging es eigentlich ziemlich flott, dass wir nur noch zu dritt unterwegs waren – zwei Italiener und ich. Ich machte dann mehr als eine Stunde allein Tempo, da die beiden nicht wirklich Lust hatten, was zu tun. So kam es, wie es kommen musste, und beide sind dann rund zehn Minuten vor dem Ende an mir vorbei. Der Eine links, der Andere rechts. Ich konnte nur noch mit großer Mühe die Füße halten und bin am Ende nach 8:19:16 Stunden Dritter geworden.

Eigentlich nicht schlecht, nur das "Wie" stört mich ein wenig. Nun geht es nächste Woche zum längsten FINA-Wettkampf über 88 Kilometer von Hernandarias nach Parana. Ich werde von dort wieder berichten.

Euer Studzi