Thomas Lurz trainiert mit psychisch erkrankten Menschen

Thomas Lurz nutzt seine Saisonpause sinnvoll: Der Rekordweltmeister trainierte mit psychsich erkrankten Menschen – nicht nur das Schwimmen, sondern auch Zielsetzung und Durchhaltevermögen.

| 11. Oktober 2011 | AKTUELL

Thomas Lurz (SV Würzburg 05) | Thomas Lurz (Würzburg) gewann in Shanghai bereits WM-Silber über 10 Kilometer.

Thomas Lurz (Würzburg) gewann in Shanghai bereits WM-Silber über 10 Kilometer.

Foto >Harald Gehring / DSV

Am 10. Oktober, dem internationalen Tag der seelischen Gesudheit, konnte sich die Bewohner des Johanna-Kirchner-Hauses der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Marktbreit über einen ganz besonderen Schwimmlehrer freuen: Rekordweltmeister Thomas Lurz. Deutschlands bester Freiwasserschwimmer, selber AWO-Mitglied, half ehrenamtlich im Rahmen eines Sportfestes für die Hausbewohner, die an psychischen Erkrankungen leiden. "Ich habe eine Vorbildfunktion und freue mich, wenn ich mit meinem Sport etwas bewirken kann", erklärte Lurz im Gespräch mit der Mainpost sein soziales Engagement.

Im Würzburger Wolfgang-Adami-Bad, in dem der zehnfache Welmeister sonst tausende von Trainingskilometer absolviert, zeigte sich Lurz nach Angaben der Mainpost ganz entspannt. Das kann er auch sein: Der 31-jährige Ausnahmeathlet genießt die Saisonpause und tankt noch einmal Kraft für die letzte Vorbreitungsphase vor den Olympischen Spiele 2012 in London.

"Du kannst mehr als du gedacht hast"

"Teilt Euch die Kraft gut ein", riet Thomas Lurz nach Angaben der Mainpost auch seinen Schützlingen aus dem Johanna-Kirchner-Haus, die Psychosen haben, schizophren sind oder traumatisiert. "Auch bei diesen Krankheiten geht es um Durchhalten, Aushalten und Motivation" erklärte Frank Bernitzky, der Leiter der Einrichtung, gegenüber inFranken.de den Zusammenhang zwischen dem Alltag seiner Patienten und den sportlichen Höchsleistungen von Lurz und fügte hinzu "Es ist nicht leicht für die Leute, hier teilzunehmen."

Doch das konnte Thomas Lurz, selber studierter Sozialpädagoge, ändern. Motivieren wollte er, den Bewohnern zeigen, wie man sich überwindet – und mit purem Willen auch im Alltag seine Ziele erreichen kann. " Du kannst mehr als du gedacht hast", rief Lurz nach Angaben der Mainpost dem 23-jährigen Daniel zu, nachdem er mit ihm ins Wasser gesprungen war, "Du könntest fast bei mir im Training einsteigen." Und nach 50 Metern war sich sein Schützling sicher: "Wahnsinn! Ohne Thomas hätte ich das nicht geschafft."