Schlossbesichtigung für Rechtsatmer

Das Langstreckenschwimmen in Schwerin feierte am 10. August sein zehnjähriges Jubiläum. Grund genug, dem zwei Kilometer langen Rennen in der Landeshauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns einen sportlichen Besuch abzustatten.

| 12. August 2014 | AKTUELL

Schweriner Schlossschwimmen 15 | Impressionen vom 10. Schweriner Langstreckenschwimmen.

Impressionen vom 10. Schweriner Langstreckenschwimmen.

Foto >Erik Großmann

Schlossbesichtigung für Rechtsatmer

Algen, überall, ist mein erster Gedanke beim Einstieg in den Schweriner Burgsee. Vorfreude auf das bevorstehende Schlossschwimmen will dabei erstmal nicht aufkommen. Dabei ist das Wasser mit 23 Grad durchaus angenehm. Doch vom Grund bis zur Wasseroberfläche, egal wo man auf dem kurzen Weg zur Startlinie hingreift, sofort hat man das lange und kratzende Gewächs in den Händen. Die Sicht beträgt unter Wasser gleich null. „Igitt!“, hört man von allen Seiten.

Doch zum Fluchen und Ekeln bleibt keine Zeit, denn schon geht das Rennen los. Außerdem versprechen die Moderatoren am Mikro noch, dass auf der Ideallinie Haufenweise Algen entfernt wurden. Und das stimmt. Schon nach wenigen Metern spielen die Algen keine Rolle mehr, jetzt wird geschwommen.

Vorne geht natürlich gleich die Post ab. Da halte ich mich lieber etwas zurück und reihe mich irgendwo im vorderen Viertel ein. Allerdings habe ich meinen Startplatz auf der rechten Seite taktisch unklug gewählt. Zwar ist dort reichlich Platz, doch als Rechtsatmer bekomme ich erstmal nur das Ufer und keine Schwimmer zu sehen.

Schweriner Schlossschwimmen | Der Kurs erklärt sich beim Schlossschwimmen fast von selbst.

Der Kurs erklärt sich beim Schlossschwimmen fast von selbst.

Foto >Erik Großmann

Einmal rund ums Schloss

Nach ein paar Minuten hat sich das Feld in die Länge gezogen. In einem Bogen führt der Kurs nun um das Schweriner Schloss herum. Wer zur rechten Seite atmet ist jetzt im Vorteil, zumindest wenn er sich für Schlossarchitektur interessiert. Hin und wieder gönne ich mir einen Blick auf die goldenen Spitzen der hohen Türme. Das Wahrzeichen Schwerins wird auch „Neuschwanstein des Nordens“ genannt, lese ich später bei Wikipedia nach.

Doch schon hinter der nördlichen Schlossbrücke ist erstmal Schluss mit Sightseeing, denn auf Ortsunkundige wie mich wartet hier eine Überraschung. Kaum bin ich durch den mittleren Brückenbogen hindurch, ist Schluss mit dem ruhigen Schlossteich. Stattdessen geht es im Schweriner See rauf und runter, und bis zur nächsten Boje gibt es auch noch Gegenwind. Immerhin hat sich das Feld um mich herum inzwischen sortiert. Einen Schwimmer überhole ich kurz hinter der Brücke, ein anderer klebt an meinen Füßen, was ich gelegentlich zu spüren bekomme. Ein wenig irritiert mich eine Schwimmerin, die weit rechts von mir unterwegs ist. Mit ihr werde ich die zweite Hälfte des Rennens gemeinsam zurücklegen.