Hai-Attacken: Gefahr aus der Tiefe?

Am 22. August starb die deutsche Touristin Jana Lutteroop auf Hawaii an den Folgen eines Haiangriffs. Das Tier hatte ihr beim Schnorcheln rund 50 Meter vor der Küste den rechten Arm abgerissen. Nach tagelangem Kampf der Ärzte, erlag die 20-jährige Hessin schließlich ihren Verletzungen und dem damit einhergehenden Blutverlust.

| 17. September 2013 | AKTUELL

Hai | Ein Hai schwimmt im Meer.

Ein Hai schwimmt im Meer.

Foto >Nejron (dreamstime.com)

Hai-Attacken: Gefahr aus der Tiefe?

Es ist eine Frage, die sich Menschen seit Generationen stellen, wenn sie ins Wasser steigen. Was lauert unter der friedlichen Oberfläche? Filme wie „Der Weiße Hai“ oder „Open Water“ spielen mit unseren Urängsten und schüren die Furcht vor dem Unbekannten. In den Statistiken stehen Haiangriffe als Todesursache allerdings abgeschlagen auf den hintersten Plätzen und beispielsweise hinter Blitzschlag. Jährlich werden dem «International Shark Attack File» weltweit zwischen 75 und 100 Hai-Angriffe gemeldet. Fünf bis zehn davon enden tödlich. Etwa genauso viele Menschen verlieren pro Jahr durch Blitzeinschläge ihr Leben – allein in Deutschland.

Zwar sterben in Deutschland jährlich rund 4.000 Menschen im Straßenverkehr, doch das beruhigt nur bedingt. Zu eingeprägt ist das Bild vom eiskalten Killer, der in der Tiefe auf seine menschlichen Opfer lauert. Kaum jemand macht sich die Mühe, diese phänomenalen Tiere näher zu betrachten und Wahrheit von Fiktion zu trennen. Doch was ist mit den Freiwasserschwimmern und Wassersportlern, die sich bewusst in ein fremdes Territorium begeben? Ihnen muss bewusst sein, dass sie ihren Spitzenplatz in der Nahrungskette abgeben, wenn sie sein Revier betreten. Zu den gefährlichsten Hai-Arten der Welt gehören:

  • Der Weiße Hai (liegt in der Statistik der Angriffe auf Menschen an erster Stelle)
  • Weissspitzen Hochseehai (ist bei Unfällen auf hoher See meist als erster vor Ort)
  • Bullenhai (lebt zum Teil auch in Süsswasser Flussläufen)
  • Tigerhai (Wird auch als lebende Mülltonne bezeichnet, weil er absolut alles frisst)

Um Haie ranken sich zahllose Mythen, die sich hartnäckig halten. So wird nach wie vor behauptet, dass sie von Menschenblut, Menstruationsblut oder gar Urin angezogen würden. Die Sinnesorgane dieser Jäger sind in der Tat atemberaubend. Sie sehen, hören, riechen, tasten, schmecken ähnlich wie der Mensch, jedoch mit einem massiven Upgrade. Mit Hilfe der sogenannten lorenzinischen Ampullen sind sie in der Lage, elektrische Impulse wahrzunehmen, die beim Herzschlag entstehen. So können sie Beutetiere sogar unter dem Sand aufzuspüren. Und es ist die Erklärung dafür, warum Haie stark auf elektronische Geräte reagieren. Kameras von Tauchern sind ein beliebtes Objekt ihrer Neugierde. Vor allem der Weiße Hai nutzt diesen Sinn in den letzten Sekunden seines Angriffs. Zu diesem Zeitpunkt ist das Tier nämlich vollkommen blind, weil es seine Augen in den Schädel zurück rollt und mit einer schützenden Haut bedeckt. Dies dient als Schutz vor Verletzungen durch Kratzen und Beißen der Beutetiere.

Regionale Verteilung von 2.569 Hai-Attacken seit 1580

Quelle: Florida Museum of Natural History

US-Westküste

40 %

Australien

20 %

Afrika

13 %

Asien

5 %

Pafifische Inseln

5 %

Hawaii

5 %

Südamerika

4 %

Karibik

3 %

Mittelamerika

2 %

Neuseeland

2 %

Europa

1 %

US-Ostküste

0,1 %

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