Die Anzugsregelung im Freiwasser

Im Freiwasserschwimmen gilt wie beim Beckenschwimmen der strenge Dresscode des Deutschen Schwimmverbandes (DSV). Die nationale Dachorganisation schreibt in ihrer Anzugsregelung Material, Verarbeitung, Dicke und Auftrieb der Wettkampfbekleidung vor – und welche Körperteile nicht bedeckt sein dürfen.

| 24. Juni 2011 | AKTUELL

DM Freiwasser 2011: Schultern | DM Freiwasser 2011: Schultern

DM Freiwasser 2011: Schultern

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Weniger ist mehr: Seit dem 1. Juni 2010 dürfen im Open Water die Anzüge der Schwimmerinnen und Schwimmer nicht über die Schultern oder die Fußknöchel reichen und den Nacken nicht bedecken. Im Umkehrschluss bedeutet das: Sowohl die Frauen als auch die Männer dürfen Schwimmanzüge tragen, die den Oberkörper bedecken, müssen aber darauf achten, dass Schultern und Nacken frei sind. Anzüge mit Reißverschlüssen oder Ärmeln sind tabu, im Rennen ist nur der klassische „Ringerrücken“ erlaubt. Viele männliche Wettkampfteilnehmer verzichten allerdings gänzlich auf die Oberkörperbekleidung: sei es aus Überzeugung oder weil ein Hightech-Badeanzug heutzutage mit den Kosten einer halben Monatsmiete zu Buche schlägt.

Beinfreiheit bleibt Geschmackssache

Die Beinfreiheit des Badekostüms ist nach der DSV-Anzugsregelung Geschmackssache: Lange Anzüge, die bis zu den Knöcheln reichen dürfen, sind als Schutz vor Kälte und Quallen erlaubt, aber nicht jedermanns Sache. Oft sieht man im Open Water daher Anzüge, die wie im Becken nur bis zu den Knien reichen.

Die Anzüge müssen vollständig aus textilem Material (Lycra, Nylon usw.) gefertigt und doppelte Schichten müssen zusammengeklebt sein, um Auftriebshilfen zu vermeiden.

Neopren verboten, Vaseline erlaubt

Während der Nummerierung vor dem Start wird jeder Anzug auf seine Zulässigkeit kontrolliert. Wer dem strengen, aber die Chancengleichheit bewahrenden Dresscode des DSV-Kampfgerichts nicht entspricht, muss sich umziehen oder wird disqualifiziert.

Neoprenanzüge sind beim Freiwasserschwimmen nach DSV-Richtlinien verboten. Bei kalten Wassertemperaturen – geschwommen wird ab 16 Grad Celsius – tragen die Schwimmer Vaseline oder Melkfett als Kälteschutz auf.