Das Geschenk am Horizont

Am Tag nach seinem großen Abenteuer kehrt Bruno Baumgartner noch einmal an den Ort der Sehnsucht zurück: an das Hafenbecken von Dover. Dort verrät ihm Kimberley, die Kanalschwimmerin aus Neuseeland, was auf der anderen Seite des Kanals wirklich auf ihn wartet.

| 23. September 2011 | AKTUELL

Bruno Baumgartner in Dover | Bruno Baumgartner (mitte), seine Familie und das Team von swim nehmen Abschied vom Ärmelkanal.

Bruno Baumgartner (mitte), seine Familie und das Team von swim nehmen Abschied vom Ärmelkanal.

Foto >Miriam Müller / spomedis

Versöhnen wolle er sich mit seinem Herausforderer, dem Kanal. Noch einmal streift Bruno Baumgartner seine Badehose über und watet über den steinigen Strand hinein in das Wasser vor Dover. Es ist kalt, "weniger als 15 Grad" schätzt Bruno, aber klar. Noch einmal wolle er hinausschwimmen zur Hafenmauer und sich dort verabschieden: von seinem größten Abenteuer.

Die Gesichter des Kanals

Am Horizont schaukeln drei Boote: Es könnten die „Swim Boats“ derjenigen sein, die heute in den Morgenstunden aufgebrochen sind, um ihren Traum vom Schwimmen nach Frankreich zu verwirklichen. Paul aus der Nähe von Dover und Xavier, der Mexikaner aus Los Angeles.

Wie mag es ihnen gehen? Welches seiner Gesichter zeigt ihnen der Kanal? Bruno habe er seine Fratze gezeigt, weiß der ältere Herr, der bereits fünfmal den Kampf mit ihm aufgenommen hat. Das wollen alle gerne glauben.

Frankreich kann warten

Dann kommt Kimberley. Die Neuseeländerin mit Wohnsitz in San Francisco ist die letzte der Kanalschwimmer, die sich in dieser Woche ihren Traum erfüllen wollen. Die anderen hat der Kanal bereits besiegt - oder sie kämpfen wie Paul und Xavier in diesen Stunden den kalten Kampf.

Die 34-Jährige kämpft mit den Tränen. Der Zusammenhalt unter den Kanalschwimmern ist groß und emotional. Der gemeinsame Traum verbindet. Es geht um die besten Bedingungen, den perfekten Tag. Es geht um die Kälte und um Stunden. Und es geht um etwas ganz Besonderes. „Weißt du“, sagt Kimberley zum Abschied zu Bruno, „ärgere dich nicht, dass du Frankreich dieses Mal nicht erreicht hast. Es wartet dort auf dich – wie ein Geschenk.“

Bruno Baumgartner in Dover | Hier endet Brunos Abenteuer Ärmelkanal.

Hier endet Brunos Abenteuer Ärmelkanal.

Foto >Miriam Müller / spomedis