Bruno Baumgartner entthront sein Idol Christof Wandratsch

Bruno Baumgartner hat am Mittwoch einen neuen Rekord in der Beltquerung von der deutschen Insel Fehmarn zur dänischen Insel Lolland aufgestellt. 4:53 Stunden benötigte der Schweizer nach seinem Start in Puttgarden, bis er nach 18 Kilometern (Luftlinie) am Strand des dänischen Rødby wieder festen Boden unter den Füßen hatte - ein neuer Rekord.

| 29. August 2012 | AKTUELL

Bruno Baumgartner im Fehmarnbelt | Bruno Baumgartner findet im Fehmarnbelt über weite Strecken perfekte Bedingungen vor.

Bruno Baumgartner findet im Fehmarnbelt über weite Strecken perfekte Bedingungen vor.

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Damit blieb der 43-Jährige 18 Minuten unter der Streckenrekordzeit des deutschen Freiwasserlegende Christof Wandratsch aus dem Jahr 2005. Bruno Baumgartner hatte seit seinem Start um 8:33 Uhr im Fehmarnbelt ideale Wetter- und Strömungsbedingungen. Lediglich eine dichte Nebelwand fünf Kilometer vor dem Ziel erschwerte die Navigation zwischen den riesigen Auto- und Eisenbahnfähren der "Vogelfluglinie" erheblich.

Wandratsch gratuliert

Doch am Ende freute sich Bruno Baumgartner über den neuen Rekord für die Schwimmpassage zwischen Deutschland und Dänemark: "Ich habe niemals mit diesem Rekord gerechnet", sagte Baumgartner. "Und es fühlt sich sehr seltsam an, diesen von Christof Wandratsch übernommen zu haben. Christof ist doch mein großes Idol, er ist der Titan unter den Freiwasserschwimmern. Ihm den Rekord genommen zu haben, empfinde ich selbst als Majestätsbeleidigung." Wandratsch dagegen zeigte sich sportlich: "Rekorde sind da, um gebrochen zu werden", schrieb er schon während des Schwimmens auf Facebook - um anschließend als einer der ersten Gratulanten per Handy aus Japan seine Glückwünsche zu übermitteln.

Vom Fehmarnbelt zum Ärmelkanal

Die Beltquerung war für Bruno Baumgartner ein wichtiges Vorbereitungsrennen für die zwischen dem 22. und 29. September 2012 geplante Ärmelkanaldurchquerung von England nach Frankreich. Vor einem Jahr war der Schweizer dort nach 15 Kilometern an den widrigen Wetterbedingungen gescheitert. Der Ärmelkanal gilt mit seinen 33,8 Kilometern Luftlinie, starken Strömungen und einer Erfolgsquote von nur 20 Prozent als die Königsdisziplin der Open-Water-Schwimmer.