Alexander Studzinski: Von italienischen Zufällen

Im Golf von Neapel wollte Alexander Studzinski beim FINA-Grand-Prix am Wochenende wieder mitmischen. Von seinem vierten Platz ist er enttäuscht, denn die italienischen Verhältnisse kamen ihm ein bisschen spanisch vor.

| 20. Juni 2012 | AKTUELL

Alexander Studzinski (SC Wiesbaden) | Der Blick von Alexander Studzinski (SC Wiesbaden) ist nach einer langen Verletzungspause auf die Grand-Prix-Saison 2012 gerichtet.

Der Blick von Alexander Studzinski (SC Wiesbaden) ist nach einer langen Verletzungspause auf die Grand-Prix-Saison 2012 gerichtet.

Foto >Pierre Lessard

Hallo liebe Leser,

nun, nach fast zwei Monaten ohne Eintrag, melde ich mich mal wieder. Letztes Wochenende war ich bei meinem ersten FINA-Grand-Prix in diesem Sommer. Es ging von der Insel Capri zum Festland nach Neapel über den Golf von Neapel. Unter dem Strich bleibt leider nur ein vierter Platz (in 6:39 Stunden), der mir einerseits Hoffnung für den Rest der Saison gibt, andererseits bin ich auch sehr enttäuscht. Aber nun alles des Reihe nach.

Per Fähre nach Neapel

Mein Trip ging am Donnerstagabend los. Ich kam nachts gegen 23.30 Uhr im Hotel in Neapel an und gleich am nächsten Tag um 8 Uhr ging es per Fähre nach Neapel, da dort wohl eine Pressekonferenz mit allen Schwimmern sein sollte. Nun ja, es waren dann zehn Minuten Gerede und sonst nichts. Danach wurden wir bis abends 17 Uhr auf der Insel rumgeschickt und konnten nur einmal ins Wasser. Nicht gerade optimal zwei Tage vor dem Wettkampf und direkt nach der Anreise. Aber da mussten ja alle Teilnehmer durch, ach nein, natürlich die Italiener nicht (dazu später mehr). Die waren natürlich nicht anwesend ...

Leider haben wir auch den Tag vor dem Rennen nicht auf Capri übernachtet, sondern sind früh per Fähre übergesetzt (eine Stunde Fahrzeit). Wer schlief aber auf Capri? Richtig, die Italiener. Ihr seht schon, in welche Richtung das läuft.

Start sollte um 10.15 Uhr sein, der verzögerte sich auf 10.25 Uhr. Alles in allem ging es ruhig los. Ich bin am Anfang fast am Ende des Packs rumgegammelt, was sich aber etwa 40 Minuten später als massiver Fehler entpuppen sollte. Da mein Coach erst 40 Minuten nach Rennstart auf dem Boot war (da zum Einsteigen nur ein schmaler Steg vorhanden war, von dem aus 30 Betreuer auf ihre Boote verteilt wurden). Nun ja, mein Coach und der vom späteren Sieger Trent Grimsey (AUS) kamen, wie sollte es anders sein, als letzte auf ihre Boote. Nun ratet mal, wer die ersten drei Coaches auf den Booten waren? Richtig, Italiener. Nun gut. Kann ja alles Zufall sein ...

Ausreißversuch nach drei Minuten

Drei Minuten nach dem Start entging mir leider, dass zwei Italiener und der Australier links von der Gruppe gleich ihren Ausreißversuch gestartet haben. Währenddessen bin ich weiter hinter der Gruppe abgegammelt. Als mein Coach nach rund 50 Minuten endlich bei mir war und ich das erste Mal getrunken habe (was normalerweise nach 15 Minuten der Fall sein sollte), erfuhr ich auch endlich, dass die drei weg waren.

Leider waren die schon knapp 300 bis 400 Meter vor dem Feld und ich habe in der Wellen teilweise nicht einmal mehr ihre Begleitboote gesehen. Also war das Rennen da schon fast vorbei. Ich habe mich dann entschieden, einen direkten Weg zum Ziel zu wählen und habe noch gehofft, dass die drei einen Umweg schwimmen.

Führungsarbeit? Fehlanzeige 

Nach etwa fünf Stunden war ich wohl parallel zu den Dreien, nur 300 Meter versetzt, jedoch wurden dann alle drei quasi ins Ziel gespült und so wurde ich mit ziemlich großem Abstand nur Vierter. Aber dadurch, dass ich ab Stunde zwei für fast 4:30 Stunden allein in meiner Gruppe vorn geschwommen bin, da die anderen nicht eine Minute Führungsarbeit leisten wollten, und wenn sie dann doch mal vorn waren, nur kreuz und quer durch das Meer gedümpelt sind, hatte ich keine Wahl als allein das Tempo zu machen. Leider ohne Erfolg. Am Ende war es nun doch mein eigener Fehler, dass ich beim Start nicht auf die Italiener geachtet habe. Man lernt nie aus.

Nächste Woche geht es dann nach Windermere (GBR) für eine kleine Meile in kaltem Wasser. Die Woche danach stehen die Deutschen Freiwassermeisterschaften auf dem Programm und ich werde dort die 10 und 25 Kilometer schwimmen.

Euer
Studzi