Ryan Lochte mit Weltrekord ins WM-Finale

US-Star Ryan Lochte ist bei der Kurzbahn-WM in Istanbul zum zweiten Mal Weltrekord geschwommen. Einen Tag nachdem er als erster Mensch die 200 Meter Lagen in weniger als 1:50 Minute absolvierte, unterbot er auch die Weltbestzeit über die halbe Distanz.

| 15. Dezember 2012 | AKTUELL

Ryan Lochte (USA) | Ryan Lochte (USA) holt sich mit dem Titel über 400 Meter Lagen seine fünfte Goldmedaille.

Ryan Lochte (USA) holt sich mit dem Titel über 400 Meter Lagen seine fünfte Goldmedaille.

Foto >Silke Insel / spomedis

In 50,71 Sekunden verbesserte Lochte im 100-Meter-Lagen-Halbfinale den bisherigen Weltrekord des Slowenen Peter Mankoc um fünf Hundertstelsekunden. Die Goldmedaille ist für den stets coolen Sunnyboy aus Florida nur noch Formsache: Der zweite des Semifinals, der Australier Kenneth To, schwamm 0,76 Sekunden langsamer.

Die Chance auf ihr zweites WM-Gold wahrte Britta Steffen. Die 29-jährige Noch-Berlinerin ließ im Halbfinale über 50 Meter Freistil In 24,27 Sekunden nichts anbrennen und erreichte mit der drittbesten Zeit den Endlauf. Den schnellsten Sprint schwamm in 24,13 Sekunden die Weißrussin Aliaksandra Herasimenia, Steffens Topfavoritin auf den Titel. „Herasimenia schwimmt morgen eine 23 hoch, und das kann kein anderer hier aus dem Feld“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Daniela Schreiber aus Halle/Saale schied als Zwölfte aus (24,81 Sekunden).

Im Gegensatz zu Steffen hat die erst 15-jährige Brustspezialistin Ruta Meilutyte ihren zweiten Titel bereits sicher. Die Litauerin gewann nach dem Sprint über 50 Meter nun auch die 100 Meter in neuem Veranstaltungsrekord. In 1:03,52 Minuten verwies die Olympiasiegerin von London die Jamaikanerin Alia Atkinson (1:03,80 Minuten) und Rikke Möller Pedersen aus Dänemark (1:04,05 Minuten) auf die Plätze zwei und drei.

Ganz knapp ging es im Sprint über 50 Meter Schmetterling zur Sache. Der Brasilianer Nicholas Santos, bereits im Vorlauf und Halbfinale mit der schnellsten Zeit, hatte im Finale alle Mühe 200-Meter-Olympiasieger Chad le Clos aus Südafrika in Schach zu halten. Am Ende behielt Santos in 22,22 Sekunden mit vier Hundertstelsekunden Vorsprung die Oberhand. Bronze holte Tom Shields aus den USA (22,46 Sekunden).

Chinas Doppel-Olympiasiegerin Ye Shiwen lieferte sich über 200 Meter Lagen ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der Ungarin Katinka Hosszu. Die 16-jährige Asiatin profitierte letztendlich von ihrem erneut herausragenden Endspurt und sicherte sich den Titel in 2:04,64 Minuten, nur vier Hundertstelsekunden über der Weltbestmarke. Hosszu verlor auf den letzten 50 Metern die entscheidenden Zentimeter im Duell um den Sieg, zeigte in 2:04,72 Minuten dennoch eine starke Leistung. Mit gebührenden Abstand ging Bronze an die britische Weltmeisterin über 400 Meter Lagen Hannah Miley (2:07,12 Minuten).

Lagenspezialistin Theresa Michalak aus Halle/Saale zeigte sich nach ihrem Ausscheiden am Morgen enttäuscht. "Schade dass ich nicht an meine persönlichen Bestleistungen herankommen konnte . Ab dem nächsten Jahr muss also so einiges geändert werden", teilte die 20-Jährige via Facebook mit. Neben Michalak waren in den Vorläufen über 100 Meter Freistil Yannick Lebherz (Potsdam) und Christoph Fildebrandt (Wuppertal) ebenso gescheitert wie Paulina Schmiedel (Essen) über 100 Meter Schmetterling.