"Dieses Wettkampfbecken schaut dir in die Seele"

Christian vom Lehn hat über 200 Meter Brust die Sensation geschafft und in seinem ersten internationalen Finale die Bronzemedaille geholt. Was hat er anders gemacht als ein Großteil der Nationalmannschaft, der hinter den Erwartungen zurückblieb? Für Bundestrainer Lange ist klar: Vom Lehn hat die Besonderheiten des Beckens verstanden.

| 29. Juli 2011 | AKTUELL

Becken | Das Wettkampfbecken von Shanghai

Das Wettkampfbecken von Shanghai

Foto >Silke Insel / spomedis

Erfolg und Misserfolg liegen bei den Schwimm-Weltmeisterschaften in Shanghai dicht beeineinander. Nur wenige Minuten trennten das Halbfinal-Aus von Steffen Deibler und Benjamin Starke vom Bronze-Erfolg des jungen Christian vom Lehn. Für Bundestrainer Dirk Lange ist klar: Vom Lehm war erfolgreich, weil er sich auf das Wettkampfbecken eingelassen hat.

Kein normales Wettkampfbecken

"Dieses Schwimmbecken ist einer der Erklärungsansätze", sagt der Bundestrainer "Es ist sicherlich kein normales Wettkampfbecken. Natürlich haben hier alle die gleichen Bedingungen, aber es ist für alle sehr hart, hier zu schwimmen. Dieses Becken, das verzeiht keine Fehler." Das habe Lange auch in Gesprächen mit anderen Nationaltrainern festgestellt.

Wer Fehler macht, überlebt nicht

Lange glaubt, das Wesen des Beckens erkannt zu haben: "Dieses Wettkampfbecken in Shanghai schaut dir in die Seele, es schaut dir ins Herz. Wer hier einen Fehler macht, wer hier nicht aggresiv genug an die Sache herangeht, der wird nicht überleben." Europameistern, Weltmeistern und Olympiasiegern sei das geschehen: Weil sie mit dem Becken nicht klarkamen, seien sie im Vorlauf gescheitert. "Man muss schon mit einer gewissen Offenheit und sportlichen Aggressivität seine Chancen suchen", sagt Lange. "Und genau das hat ein Christian vom Lehm gemacht. Wir brauchen Siegertypen - und er scheint einer zu sein."