China dominiert, doch Star im Wasser ist ein Japaner

Noch bis Freitag wird bei den Asienspielen in Südkorea um Titel geschwommen, doch schon jetzt zeichnet sich Chinas Sieg in der Nationenwertung ab. Unangefochtener Star der Spiele ist jedoch Kosuke Hagino aus Japan.

| 24. September 2014 | AKTUELL

Kosuke Hagino | Kosuke Hagino bei der WM 2013 in Barcelona.

Kosuke Hagino bei der WM 2013 in Barcelona.

Foto >Daniel Kopatsch

Nach 26 von 38 Wettbewerben führt China die Medaillenwertung vor Japan an. Die beiden Top-Schwimmnationen Asiens gewinnen fast jedes Rennen in Incheon und holten bisher fast gleich viele Medaillen (China 31, Japan 32). Dabei standen die Chinesen jedoch fast doppelt so oft auf Platz eins.

Doch der Superstar der Schwimmwettkämpfe ist nicht etwa Chinas Yang Sun, sondern ein Japaner. Am Mittwoch gewann Kosuke Hagino bereits seine vierte Goldmedaille. Diesmal ließ der 20-Jährige aus Tochigi seinen Rivalen über 400 Meter Lagen nicht den Hauch einer Chance.  Mit der schnellsten Zeit des Jahres siegte Hagnio in 4:07,75 Minuten vor Zhixian Yang aus China (4:10,18 Minuten) und Landsmann Daiya Seto (4:10,39 Minuten). In der Weltrangliste liegt Hagino vor dem US-Amerikaner Tyler Clary (4:09,03 Minuten) an der Spitze.

Kosuke Hagino | Vielseitig und schnell: Kosuke Hagino dominiert bei den Asienspielen.

Vielseitig und schnell: Kosuke Hagino dominiert bei den Asienspielen.

Foto >Daniel Kopatsch

International auf sich aufmerksam machte Hagino erstmals, als er Michael Phelps 2012 in London die Medaille über 400 Meter Lagen wegschnappte. Mit dem großen Champion wird der 1,75 Meter große Hagino aufgrund seiner Vielseitigkeit bereits in Foren verglichen. Beim Olympiasieg von Ryan Lochte schlug der damals 17-Jährige als Dritter knapp vor Phelps an. Danach entwickelte er sich konsequent weiter und galt schon ein Jahr später bei der WM 2013 als Goldkandidat.

Sechs Einzel in Rio?

Allerdings hatte sich Hagino für Barcelona wohl etwas zu viel vorgenommen. Über sechs Einzelstrecken ging er an den Start, mehr als jeder andere Teilnehmer. Doch heraus sprangen für ihn eher enttäuschende Silbermedaillen über 200 Meter Lagen und 400 Meter Freistil. Doch in diesem Jahr reifte Hagino endgültig zum Siegschwimmer. Zunächst ließ er bei den Pan-Pacific-Championships über 200 und 400 Meter Lagen die Konkurrenz aus den USA und Australien hinter sich. Und nun der Erfolg bei den Asienspielen mit Triumphen über 200 Meter Freistil, 200 und 400 Meter Lagen sowie mit der japanischen 4 x 200 Meter Freistilstaffel.

In Rio 2016 könnte die ganz große Stunde Haginos schlagen. Denn der 70 Kilogramm schwere Athlet ist äußerst vielseitig und hat für die Spiele gleich eine Handvoll Optionen.  Momentan führt er die Weltrangliste über 200 und 400 Meter Lagen an und steht über 200 Meter Freistil und Rücken auf Rang zwei. Zudem ist er über 100 Meter Rücken und 400 Meter Freistil unter den besten Fünf platziert.

Allerdings sind die Ergebnisse aus Incheon mit Vorsicht zu genießen, vor allem mit Blick auf etwaige Prognosen bei Olympischen Spielen. Weil die Asienspiele in der Breite schwach besetzt sind, sind die Vorläufe für die Schnellsten nicht viel mehr als ein Warmschwimmen fürs Finale. Zudem gibt es keine Zwischenläufe wie bei Olympia. Dennoch darf man gespannt sein auf die weitere Entwicklung von Hagino, dem manche bereits eine ähnliche Karriere wie Phelps oder Lochte voraussagen.