Endlich in den USA?

Die USA wollen sich mit der Stadt Greensboro in North Carolina um die Schwimm-WM 2025 oder 2027 bewerben. Es wäre die erste Langbahn-WM im Land der stärksten Schwimm-Nation der Welt.

| 30. November 2018 | AKTUELL

Blick auf Downtown Greensboro.

Blick auf Downtown Greensboro.

Foto >Kevin Ruck / dreamstime.com

Die USA sind die erfolgreichste Schwimmnation der Welt. Mit 485 Medaillen haben Mark Spitz, Michael Phelps, Janet Evans und Co. bei Weltmeisterschaften etwa doppelt so oft Edelmetall gewonnen wie die zweitstärkste Nation Deutschland (zusammen mit DDR 261). Bei Olympischen Spielen standen die US-Amerikaner sogar dreimal so oft auf dem Podest wie ihre stärksten Verfolger. Doch unglaublich, aber wahr: Eine Schwimm-WM auf der Langbahn gab es in den USA bisher nicht. Und dabei gibt es Weltmeisterschaften schon seit 1973.

Vielleicht liegt es an den riesigen Trials und den gigantischen US-Meisterschaften, die der Schwimmverband USA Swimming Jahr für Jahr ausrichtet, dass sie das Gefühl haben, keine WM zu brauchen. Bei ihren Saisonhighlights feuern die Amerikaner eine Woche lang eine riesige Show mit Spektakel, Licht und Musik ab, wie nur sie es können. Mehr als 10.000 Zuschauer strömen jeden Tag in die Halle und zelebrieren den Schwimmsport. Kann eine WM mit ihren strengen Ritualen und Reglementierungen da mithalten? Oder liegt der Grund in den hohen Kosten, die Weltmeisterschaften in den Disziplinen Schwimmen, Freiwasserschwimmen, Wasserspringen, High Diving, Wasserball und Synchronschwimmen verursachen?

Sieben Kandidaten

Wie die FINA mitteilte, hat nun mit Greensboro eine Stadt aus dem Westen der USA ihr Interesse um die Austragung der WM für Profis und Masters bekundet. Die mit 280.000 Einwohnern drittgrößte Stadt North Carolinas richtet in diesen Tagen die Winter Nationals aus, bei denen Schwimmstar Katie Ledecky und Ex-Weltmeister Jordan Wilimovsky gestern zum Auftakt die Titel über 800 Meter Freistil gewannen.

Eine mögliche Bewerbung gilt für die Titelkämpfe 2025 und 2027. Ebenfalls im Rennen sind Melbourne (Australien), Kasan (Russland), Budapest (Ungarn) und Belgrad (Serbien), die alle bereits eine WM ausgetragen haben. Noch ohne eine konkrete Stadt zu nennen, haben auch China und die Ukraine bis zur Deadline am 26. November ihr Interesse bekundet.

Nach einem ersten Treffen in Lausanne in zwei Monaten haben die potenziellen Ausrichter bis zum 17. Juni 2019 Zeit, ihre formelle Bewerbung bei der FINA einzureichen. Gewählt wird schließlich am 11. Juli 2019, unmittelbar vor Beginn der Schwimm-WM in Gwangju (Südkorea). Als weitere WM-Städte stehen für 2021 Fukoka (Japan) und für 2023 Doha (Katar) fest. Die bisher einzige WM in Deutschland fand 1978 in Berlin statt.