Statisten bei Weltrekord-Show

Drei Weltrekorde schwammen die Stars aus Brasilien, den USA und Australien am Freitag bei der Kurzbahn-WM in China. Für die Deutschen war Rang sieben die beste Platzierung.

| 14. Dezember 2018 | AKTUELL

Sarah Köhler kam über 400 Meter Freistil nicht an ihre Bestzeit heran.

Sarah Köhler kam über 400 Meter Freistil nicht an ihre Bestzeit heran.

Foto >Peter Jacob / spomedis

Nach der Bronzemedaille durch Marco Koch gestern, spielten die deutschen Schwimmer am vierten Tag der Kurzbahn-WM in China internatonal eher eine Nebenrolle. Während am Freitag die Weltrekorde weiter purzelten, sprangen für das DSV-Team bei vier Finalteilnahmen die Plätze sieben und acht heraus.

Sarah Köhler verpasste nach Platz fünf über 800 Meter Freistil eine ähnliche Platzierung über die halbe Distanz. In 4:03,28 Minuten blieb sie vier Sekunden über ihrer Bestzeit und wurde Siebte. "Das war eine halbe Sekunde langsamer als heute Morgen im Vorlauf. Das ist schon sehr enttäuschend", bilanzierte die 24-Jährige. Ebenfalls auf Rang sieben schwammen Marius Kusch, Damian Wierling, Ramon Klenz und Christian Diener dank guter Einzelleistungen mit der 4x50-Meter-Freistil-Staffel. Alle vier erzielten schnellere Zeiten als im Vorlauf.

"Wir haben uns unter Wasser berührt"

Jeweils auf WM-Platz acht schwammen Aliena Schmidtke und Christian Diener. Die Magdeburgerin Schmidtke absolvierte die 50 Meter Schmetterling in 25,76 Sekunden und sagte danach: "Die Zeit war nicht so berauschend." Diener erzielte in 23,49 Sekunden ausgerechnet im Finale seine schwächste Zeit über 50 Meter Rücken. "Bei einem 50er muss alles stimmen, und das hat gar nicht gepasst", sagte der Potsdamer und haderte mi sich selbst. "Wenn man nicht geradeaus schwimmen kann, muss man sich nicht wundern. Den Sabbioni neben mir, habe ich sogar unter Wasser berührt." Diener war in China bereits viermal über 50 Meter Rücken im Einsatz. Dabei war er 22,91 Sekunden, 23,09 Sekunden, 23,15 Sekunden und 23,18 Sekunden geschwommen.

Ariarne Titmus sollte man auch in Zukunft auf der Rechnung haben.

Ariarne Titmus sollte man auch in Zukunft auf der Rechnung haben.

Foto >Fabian Fiedler / spomedis

So standen am Freitag andere Athleten im Mittelpunkt, zum Beispiel Ariarne Titmus aus Australien, die für einen von drei Weltrekorden sorgte. Die 18-Jährige schlug über 400 Meter Freistil nach 3:53,92 Minuten an und war damit 0,05 Sekunden schneller als Jianjiahe Wang vor zwei Monaten in Budapest. Die 16 Jahre alte Chinesin gewann in 3:54,56 Silber vor ihrer Landsfrau Bingjie Li, die 3:57,99 Minuten benötigte. Titmus und Wang sind international erst seit dieser Saison so richtig bekannt und dazu noch jung. Vielleicht können sie in Zukunft US-Superstar Katie Ledecky auf den 400 Metern Paroli bieten.

Drei Weltrekorde

Die anderen Weltrekorde wurden in Staffelrennen aufgestellt. Zunächst war es ein US-Quartett mit Caeleb Dressel, Ryan Held, Jack Conger und Michael Chadwick, das über 4 x 50 Meter Freistil in Rekordzeit triumphierte. In 1:21,80 Minuten schlugen die vier knapp vor Russland an, das mit Startschwimmer Vladimir Morozov in 1:22,22 Minuten ebenfalls unter dem alten Weltrekord (1:22,60 min) blieb. Platz drei sicherte sich Italien in 1:22,90 Minuten.

Für eine Überraschung sorgte Brasilien über 4 x 200 Meter Freistil. Die Südamerikaner, sonst eher als gute Sprinter bekannt, gewannen ein super knappes Finale vor Russland. In 6:46,83 Minuten pulverisierte Brasilien den seit acht Jahren von den Russen gehaltenen Rekord um 2,21 Sekunden. Die Osteuropäer hatten auch in diesem Rennen knapp das Nachsehen und wurden in 6:46,84 Minuten Zweite. Bronze gewann China mit Olympiasieger Sun Yang in 6:47,53 Minuten.