"So lang ich der Erste unter 2 Minuten bin, ist mir das egal"

Marco Koch hat seinen Weltrekord über 200 Meter Brust an Kirill Prigoda verloren. Stören tut ihn das angeblich nicht.

| 13. Dezember 2018 | AKTUELL

Marco Koch hielt zwei Jahre lang den Weltrekord über 200 Meter Brust.

Marco Koch hielt zwei Jahre lang den Weltrekord über 200 Meter Brust.

Foto >Fabian Fiedler / spomedis

Es war das Highlight der Deutschen Meisterschaften 2016 in Berlin - vielen Schwimmfans ist der Weltrekord von Marco Koch bis heute präsent. In 2:00,44 Minuten unterbot der Brustspezialist damals den bestehenden Rekord von Daniel Gyurta um 0,04 Sekunden. Auch die lautstarke Unterstützung durch das Berliner Publikum dürfte ihren Anteil dazu beigetragen haben.

Nun ist Koch seinen Weltrekord wieder los. Bei der WM in Hangzhou (China) schwamm der Russe in 2:00,16 Minuten zur Goldmedaille, Koch wurde Dritter. Allzu sehr ärgern wollte sich der beste deutsche Brustschwimmer darüber nicht. " So lange ich der erste unter 2 Minuten bin, ist mir das egal", sagte Koch nach dem Rennen und fügte hinzu: "Die Zeit ist stark, aber nichts, was ich nicht auch kann. Vielleicht nicht heute, aber bald."

Lambertz: "2019 schwimmt Marco unter 2 Minuten"

Bundestrainer Henning Lambertz, seit Mitte des Jahres persönlich verantwortlich für Kochs Training, traut seinem Schützling die zwei Minuten zu. "Ich weiß, dass er das möchte, und ich bin zu 100 Prozent überzeugt, dass er das Potenzial dafür hat. Mit nur zehn Wochen Training ist er heute 150 Meter lang fast exakt so schnell geschwommen wie bei seinem Weltrekord. Auf den letzten 50 reichte es dann natürlich nicht mehr. Daran werden wir arbeiten. Ich bin mir sicher, dass Marco 2019 unter zwei Minuten schwimmt und hoffe, dass er dann auch der Erste ist, der das tut."

Mit der Bronzemedaille ist Koch zufrieden, nicht jedoch mit seinem Auftritt im Finale. "Das war einfach kein gutes Rennen von mir. Auf jeder Bahn haben mir 10 bis 15 Zentimeter zur Wende gefehlt", analysierte der 28-Jährige. Durch das Gleiten an die Wand habe er jedes Mal mehrere Zehntel verloren. "Das ist ärgerlich, erst recht, wenn es öfter passiert. Ich wäre sonst bestimmt eine halbe Sekunde schneller angegangen und wäre hinten raus nicht ganz so stehen geblieben."

In Sachen Einzelstrecken ist die WM für Marco Koch nach Platz 13 über 100 und Platz 3 über 200 Meter Brust beendet. Theoretisch könnte der gerade zur SG Frankfurt gewechselte Athlet noch in einer Staffel zum Einsatz kommen. Allerdings war Fabian Schwingenschlögl im 100-Meter-Halbfinale schneller und sollte deshalb den Vorzug erhalten.