Ruta Meilutyte beendet ihre Karriere

Litauens Schwimmstar Ruta Meilutyte hat überraschend ihren Rückzug aus dem Schwimmsport verkündet. Der 22 Jahre alten Olympiasiegerin von 2012 drohte zuletzt eine Wettkampfsperre wegen drei verpasster Dopingkontrollen.

| 23. Mai 2019 | AKTUELL

Ruta Meilutyte entscheidet sich für ein neues Kapitel in ihrem Leben.

Ruta Meilutyte entscheidet sich für ein neues Kapitel in ihrem Leben.

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Für Ruta Meilutyte ist das Kapitel Schwimmsport ab sofort beendet - die Brustspezialistin aus Litauen hat ihre Karriere beendet. "Wegen des vollen Trainingsplans musste ich ein Studium verschieben, auf das ich jetzt zurückkommen möchte. Ich möchte einfache Dinge erleben, wachsen sowie mich und die Welt um mich herum besser verstehen. Ich bin bereit für ein neues Kapitel in meinem Leben", begründete die 22-Jährige ihre Entscheidung.

Olympiasieg und Weltrekord

Meilutyte zählte über Jahre zu den schnellsten Brustschwimmerinnen der Welt. Bereits mit 15 Jahren gewann sie bei den Olympischen Spielen in London über die 100-Meter-Strecke die Goldmedaille - die Bilder des vom plötzlichen Erfolg überwältigten Teenagers gingen damals um die Welt. Ebenfalls über 100 Meter gewann Meilutyte 2013 und 2015 WM-Gold.

Nach ihrem schnellen Aufstieg in die Weltspitze kam die seit ihrer Kindheit in England lebende Schwimmerin an ihre Bestzeiten nicht mehr ganz heran. Ihre persönlichen Bestmarken von 1:04,35 Minuten (Langbahn) und 1:02,36 Minuten (Kurzbahn) stammen von 2013 und bedeuteten damals Weltrekord. Der Rekord auf der 25-Meter-Bahn hat bis heute Bestand, auf der Langbahn war Lilly King inzwischen schneller (1:04,13 min). Trotzdem schwamm Meilutyte bei den großen Meisterschaften und im Weltcup immer vorn mit. Ihren letzten großen Erfolg feierte sie im vergangenen Jahr, als sie auf der Kurzbahn über 50 Meter Brust Vize-Weltmeisterin wurde.

Zuletzt sorgte die Sportlerin allerdings weniger durch Erfolge, sondern durch verpasste Dopingtests für Schlagzeilen. Der litauische Schwimmverband teilte Anfang Mai mit, dass Meilutyte innerhalb von zwölf Monaten drei unangekündigte Dopingkontrollen verpasst habe. Ihr droht damit eine mehrjährige Sperre durch den Weltverband. Ob ihr Rücktritt vom Leistungssport mit dem Vorfall in Verbindung steht, sagte Meilutyte nicht. Sie erklärte, die Entscheidung schon vor einiger Zeit getroffen zu haben.