Olympiasiegerin Ruta Meilutyte droht Sperre

Litauens Schwimmstar Ruta Meilutyte könnte nach drei verpassten Dopingtests für längere Zeit von Wettkämpfen ausgeschlossen werden. Es wäre der nächste prominente Dopingfall weniger Wochen.

| 8. Mai 2019 | AKTUELL

Ruta Meilutyte zählt seit ihrem Olympiasieg 2012 zur Weltspitze im Brustsprint.

Ruta Meilutyte zählt seit ihrem Olympiasieg 2012 zur Weltspitze im Brustsprint.

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Dreimal wollen die Dopingkontrolleure Ruta Meilutyte binnen eines Jahres verpasst haben, gab Litauens Schwimmverband laut dem Sport-Informations-Dienst bekannt. Am 22. April 2018, am 19. August 2018 sowie am 28. März 2019 konnten deshalb keine Dopingkontrollen bei der Brustschwimmerin durchgeführt werden. Die Überraschungs-Olympiasiegerin von 2012 gilt damit zwar nicht als gedopt, trotzdem droht der 22-Jährigen wegen des Verstoßes gegen Anti-Doping-Regularien eine Sperre von bis zu zwei Jahren.

Kritik an Efimova

Spitzenathleten müssen für jeden Tag im Jahr eine Stunde angeben, zu der sie an einen bestimmten Ort für unangemeldete Kontrollen zur Verfügung stehen. Wird ein Sportler nicht angetroffen, wird ein sogenannter Missed Test vermerkt. Für drei verpasste Tests sehen die Regularien eine Wettkampfsperre zwischen 12 und 24 Monaten vor. Darüber wird die Fina voraussichtlich nach einer Anhörung der Athletin entscheiden.

Meilutyte, seit Jahren Aushängeschild von Arena, hatte sich in der Vergangenheit kritisch über die russische Doperin Julia Efimova geäußert, die ebenfalls auf den Brustdistanzen unterwegs ist. "Es ist ein Regelbruch, klar und unmissverständlich. Du kannst das doch nicht mit einem Strafzettel vergleichen, das macht die Sache viel zu klein, verharmlost sie", erklärte Meilutyte 2016 in einem Interview mit der Welt am Sonntag.

Meilutyte, Yang, Vergani

Mit der gebürtigen Litauerin, die seit ihrer Kindheit in England lebt und trainiert, steht erneut eine Schwimmerin aus der absoluten Weltspitze am Doping-Pranger. Weiter unter Verdacht schwimmt Chinas Superstar Sun Yang. Der Freistilschwimmer hatte im vergangenen Jahr eine Dopingprobe mit einem Hammer zerstören lassen, war von der FINA aber freigesprochen worden. Im März ging die Welt-Anti-Doping-Agentur gegen diese Entscheidung beim CAS in Berufung. Anfang April war der Italiener Andrea Vergani vom italienischen Verband bis auf weiteres gesperrt worden. Der EM-Dritte über 50 Meter Freistil war während der nationalen Meisterschaften, bei denen er mit Weltjahresbestzeit (21,53 Sekunden) den Titel holte, positiv auf die in Cannabis vorkommende Substanz THC getestet worden.