"Ich möchte noch mehr Erfahrung auf internationaler Ebene sammeln"

Bereits mit 17 Jahren gehört Celine Rieder zu den stärksten deutschen Schwimmerinnen über die langen Freistilstrecken. Vor den Olympischen Jugendspielen spricht die Schülerin über ihre Wettkämpfe in der Nationalmannschaft.

| 24. September 2018 | AKTUELL

Mit 15 Jahren gewann Celine Rieder ihren ersten deutschen Meistertitel in der offenen Klasse.

Mit 15 Jahren gewann Celine Rieder ihren ersten deutschen Meistertitel in der offenen Klasse.

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Celine, wann hast du gemerkt, dass du die Möglichkeit hast, in der nationalen Spitze zu schwimmen und dich dort zu behaupten? So richtig bewusst wurde mir das bei den Deutschen Kurzbahnmeisterschaften 2016 in Berlin. Dort wurde ich zum ersten Mal deutsche Meisterin über 800 Meter und 1.500 Meter Freistil.

Dein erster Einsatz für die Jugend-Nationalmannschaft erfolgte beim European Youth Olympic Festival 2015 in Georgien. Da bist du auch noch über 400 Meter Lagen gestartet und Dritte geworden. Über diesselbe Strecke hast du auch deinen ersten deutschen Altersklassenrekord aufgestellt. Wann und warum kam es, dass du dich von den Lagenstrecken entfernt hast? Ab dem Jahr 2016 habe ich meinen Fokus auf die langen Kraulstrecken gelegt und die Lagenstrecken in den Hintergrund gestellt. Die Entscheidung fiel nicht schwer, denn bei Lagen sollte man möglichst alle vier Schwimmarten beherrschen - und das kann ich von meinem Brustschwimmen nicht behaupten.

Bei den Junioren-Europameisterschaften im Juli gewann Celine Rieder Silber mit der 4x200-Meter-Freistil-Staffel und über 800 und 1.500 Meter Freistil

Bei den Junioren-Europameisterschaften im Juli gewann Celine Rieder Silber mit der 4x200-Meter-Freistil-Staffel und über 800 und 1.500 Meter Freistil

Foto >Fabian Fiedler / spomedis

Seitdem bist du schon viele Wettkämpfe für die Nationalmannschaft geschwommen, warst letztes Jahr als jüngstes Mitglied der Nationalmannschaft bei den Weltmeisterschaften in Ungarn, dieses Jahr dann die Jugend-Europameisterschaften in Finnland und die EM in Glasgow. Jetzt kommen auch noch die Olympischen Jugendspiele dazu. Welcher Wettkampf bedeutet dir bisher am meisten? Am bedeutendsten empfinde ich die EM in Glasgow mit der Finalteilnahme über die 1.500 Meter. Des Weiteren zähle ich die WM 2017 in Budapest zu den absoluten Highlights, da dies mein erster internationaler Wettkampf in der offenen Klasse auf der Langbahn war.

Mit den Olympischen Jugendspielen steht für dich in diesem Jahr noch ein dritter Saisonhöhepunkt an. Was hast du dir für den Wettkampf vorgenommen? Und was erwartest du außerhalb des Schwimmens von den Spielen? Ich möchte weitere Erfahrung auf internationaler Ebene sammeln und so nah wie möglich an meine Bestzeiten herankommen. Außerdem freue ich mich einfach darauf, auch Erfahrung außerhalb des Schwimmbeckens zu machen. Man wird andere Sportler kennenlernen und sicherlich Einblicke in andere Sportarten bekommen.

Wie gelingt dir der Spagat zwischen Schule und Training? Auch im Hinblick aufs Abi, das bald für dich ansteht. Es gibt so viele Leute, die mich in den unterschiedlichsten Formen unterstützen und mir das Schwimmen auf diesem Level überhaupt erst ermöglichen. Unter anderem haben wir hier in Neckarsulm eine sehr gute Kooperation mit der Schule und auch meine Trainer stehen mir immer beiseite. Eine ganz besondere Unterstützung erhalte ich von Familie Härdtner, die mich bei sich Zuhause aufgenommen hat.

Die Athletin und die Autorin kennen sich seit vielen Jahren. Im Jugendbereich haben sie zusammen trainiert.