Die Entscheidungen vom Freitag

Neben den 100 Metern Freistil fielen in Berlin am zweiten DM-Tag die Entscheidungen über vier weitere Strecken. Einer schmetterte ohne Atmung zum Titel.

| 20. Juli 2018 | AKTUELL

Glückwünsche von der Nachbarbahn: Der neue deutsche Meister Melvin Imoudu lässt über 100 Meter Brust den ein oder anderen Favoriten hinter sich.

Glückwünsche von der Nachbarbahn: Der neue deutsche Meister Melvin Imoudu lässt über 100 Meter Brust den ein oder anderen Favoriten hinter sich.

Foto >Marvin Weber / spomedis

400 Meter Lagen: Klenz und Reinhold

Über 400 Meter Lagen zeigte Ramon Klenz, dass er nach dem deutschen Rekord über 200 Meter Schmetterling am ersten Wettkampftag noch lange nicht satt ist. Von Beginn an führte der Hamburger das Rennen an, schlug nach 4:18,68 Minuten dreieinhalb Sekunden vor Johannes Hintze an. Paul Hentschel wurde Dritter. Bei den Frauen jubelte eine Polizei- und Altmeisterin: Juliane Reinhold gewann nach 2010 ihren zweiten Titel auf der kraftraubenden Strecke. Mit 4:44,32 Minuten hatte auch sie einen komfortablen Vorsprung vor Kathrin Demler und Franziska Hentke.

100 Meter Brust: Imoudu und Elendt zum Zweiten

Mit seinen 19 Jahren schlug Melvin Imoudu als neuer Deutscher Meister über 100 Meter Brust den Etablierten ein Schnippchen. In 1:00,66 Minuten blieb der Potsdamer Schüler knapp vor den Altmeistern Christian vom Lehn (1:00,71 Minuten) und Marco Koch (1:00,94 Minuten). „Ich habe wirklich nicht damit gerechnet und habe keine Ahnung, wie das jetzt passieren konnte“, sagte der Modellathlet nach dem Rennen. „Ich wollte voll angehen und dann gucken, wie lange ich mithalten kann.“ Schon am Tag zuvor hatte Imoudu die 50 Meter Brust für sich entscheiden können. „Marco, Christian und die ganzen starken Leute jetzt geschlagen zu haben, ist wirklich der Hammer.“ Auch bei den Frauen ging der Titel an die Vortagessiegerin über 50 Meter: Anna Elendt siegte in 1:08,79 Minuten vor Titelverteidigerin Jessica Steiger und Marlene Hüther.

50 Meter Schmetterling: Schmidtke atmet zweimal, Wierling gar nicht

Ohne einen einzigen Atemzug holte sich Damian Wierling seinen zweiten Titel des Tages: Nach den 100 Metern Freistil siegte Wierling auch über die 50 m Schmetterling und schlug nach 23,54 Sekunden vor David Thomasberger und Jonas Bergmann an. Die deutsche Rekordhalterin Aliena Schmidtke wurde bei den Frauen ihrer Favoritenrolle gerecht: 26,38 Sekunden (und zwei Atemzüge) benötigte die Magdeburgerin für ihren Sieg vor Maya Tobehn und Alexandra Wenk.

800 Meter Freistil: Kontrollierte Siege für Wellbrock und Hassler - und ein Uralt-Rekord fällt

Kontrolliert schwamm der auch der nächste Topfavorit sein Rennen nach Hause: Florian Wellbrock spielte über 800 Meter Freistil mit der Konkurrenz und blieb in 7:51,58 Minuten aus dem vollen Training nur fünf Sekunden über seinem deutschen Rekord aus dem April. Zweiter wurde Poul Zellmann, Dritter Rouwen Straub. Bemerkenswert: Schon am Vormittag war der erst 15-Jährige Silas Beth (SG Bad Schwartau) in 8:17,87 Minuten auf den achten Gesamtrang geschwommen. Damit stellte er einen neuen Altersklassenrekord auf – den hatte satte 39 Jahre Rainer Henkel gehalten. In der letzten Entscheidung des zweiten Tages sah eine Wiederholungstäterin auf dem höchsten Treppchen: Julia Hassler gewann nach den 400 Metern Freistil auch die 800, siegte in 8:33,02 Minuten mit fünf Sekunden Vorsprung vor Deutschlands Nachwuchshoffnung Celine Rieder und Josephine Tesch.