DSV-Präsidentin Dörries zurückgetreten

Gabi Dörries ist nach zwei Jahren im Amt als Präsidentin des Deutschen Schwimmverbands zurückgetreten. Ein Nachfolger soll erst im Mai gewählt werden.

| 9. Dezember 2018 | AKTUELL

Gabi Dörries

Gabi Dörries

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Der Deutsche Schwimmverband geht ohne seine bisherige Präsidentin ins Jahr 2019: Gabi Dörries ist nach nur zwei Jahren im Amt als Präsidentin des DSV zurückgetreten. Ein Nachfolger wurde beim außerordentlichen Verbandstag gestern in Bonn nicht gefunden und soll nun erst beim nächsten Verbandstag im Mai gekürt werden.

Erhöhung der Mitgliedsbeiträge als Streitpunkt

Neben Dörries trat auch die Vizepräsidentin für das Finanzwesen im DSV, Andrea Thielenhaus, von ihrem Amt zurück. Vorausgegangen war den Rücktritten eine Diskussion um ein von Dörries und Thielenhaus geplantes Maßnahmenpaket zu einer überfälligen Strukturreform im Verband, um den Leistungssport langfristig auf eine solide wirtschaftliche Basis zu stellen. So war zum Beispiel eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge um 60 Cent pro Mitglied und Jahr angedacht – die erste Erhöhung seit mehr als 30 Jahren. Nachdem gleich zum Beginn der Versammlung ein Antrag des Badischen Schwimmverbands auf eine Verschiebung der Abstimmung darüber ins Jahr 2019 eine Mehrheit fand, zogen Dörries und Thielenhaus ihre Konsequenzen.

"Vision zerstört, die in den Schwimmhallen gelebt wird"

Beobachter zeigten sich erschüttert von den Vorgängen in Bonn. Dorothea Brandt, ehemalige Aktivensprecherin des DSV, schreibt auf Instagram: "Liebe Stimmberechtigte, ihr habt euren Auftrag heute nicht erfüllt. Ihr habt heute eine Vision zerstört, die in den Schwimmhallen dieses Landes gelebt wird. Ihr habt heute den Grundstein für das Ende des Leistungssports im DSV gelegt. Ihr habt heute langfristig die olympischen Träume vieler Aktiver zerstört oder ihnen zumindest auf ihrem Weg zu den Olympischen Spielen 2020 einen weiteren Fels in den Weg gelegt."