Deutsches Team "ONEflow Aquatics" startet in ISL

Mit einer innovativen Wettkampfserie und Stars wie Adam Peaty, Sarah Sjöström und Chad le Clos will die International Swimming League den Schwimmsport in den Fokus der Medien rücken. Unter dem Namen "ONEflow Aquatics" wird ein Profi-Team aus Deutschland von Anfang an dabei sein.

| 10. Januar 2019 | AKTUELL

Ob sie zum neuen Profi-Team gehören werden? Annika Bruhn, Fabian Schwingenschlögl, Marlene Hüther und Daniel Pinneker (von links) trainieren bereits bei ONEflow-Aquatics-Coach Hannes Vitense.

Ob sie zum neuen Profi-Team gehören werden? Annika Bruhn, Fabian Schwingenschlögl, Marlene Hüther und Daniel Pinneker (von links) trainieren bereits bei ONEflow-Aquatics-Coach Hannes Vitense.

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Die Planungen für die lukrative International Swmming League (ISL) nehmen trotz Querelen mit dem Weltverband FINA weiter Formen an. Nach einem Brainstorming-Treffen mit rund 30 aktiven und ehemaligen Spitzenschwimmern in London gaben die ISL-Organisatoren noch im vergangenen Jahr zwölf Städte in Europa und den USA bekannt, in denen dieses Jahr gemischte Profi-Schwimmteams in einem neuen Format gegeneinander antreten sollen. Neben Rom, London, Marseille und Budapest tauchte unter den europäischen Standorten Stuttgart auf. Heute veröffentlichte die ISL auf ihrer Website, dass es sich dabei um das neu gegründete Team "ONEflow Aquatics" handelt. Der Teammanager von ONEflow Aquatics, Christian Hirschmann, bestätigte dies gegenüber swim.de.

"Wir gehen auf alle deutschen Topschwimmer zu"

"Wir sehen unsere Teilnahme an der ISL nicht als Konkurrenz zu bestehenden Veranstaltungen", sagte Hirschmann. "Sie wird ein weiteres Standbein des deutschen Schwimmsports werden, von dem alle Athleten und Vereine profitieren." Als Coach des Teams fungiert Hannes Vitense, mit dem Hirschmann bereits das Schwimmteam der Neckarsulmer Sport-Union mit den Staffel-Europameistern Annika Bruhn und Henning Mühlleitner aufgebaut hat. Dass die Neckarsulmer Athleten deshalb auch für ONEflow Aquatics starten, bedeutet das jedoch nicht, betonte Hirschmann. "Wir gehen auf alle deutschen Topschwimmer zu und schließen mit jedem einzelnen einen eigenen Vertrag. Für die übrigen Plätze im Team suchen wir internationale Spitzenschwimmer". Dem 32-Jährigen, seit wenigen Wochen auch Teammanger der DSV-Nationalmannschaft, ist wichtig zu betonen, dass über die Athleten auch die Heimatvereine finanziell profitieren werden und damit "Geld in die Breite" gehen wird. Das werde vertraglich so geregelt.

Hannes Vitense ist Trainer des neuen Profi-Teams.

Hannes Vitense ist Trainer des neuen Profi-Teams.

Foto >Peter Jacob / spomedis

Mindestens 5,3 Millionen US-Dollar Preisgeld

Laut bisher veröffentlichten Plänen der ISL wird es zunächst eine Regular Season geben, in denen die europäischen und US-amerikanischen Teams unter sich bleiben. Das Halbfinale mit den jeweils besten vier Mannschaften sowie das Finale werden in Las Vegas auf einer 25-Meter-Bahn stattfinden. Für diese beiden Events gibt es bereits ein Datum (17. bis 22. Dezember 2019) sowie mit dem Mandalay Bay Events Center eine feststehende Location. Geschwommen werden soll nach einem Punktesystem mit 9-7-6-5-4-3-2-1 Punkten für die schnellsten Acht. Staffeln zählen doppelt. Die aus Frauen und Männern bestehenden Teams können frei zusammengestellt werden und müssen nicht zusammen trainieren. Athleten aus Asien und Australien sind von der ISL aufgerufen, sich den Teams in Europa oder den USA anzuschließen.

Finanziell soll sich die Teilnahme vor allem für die Athleten, darunter Weltmeister und Olympiasieger, lohnen. Das Preisgeld wird diese Saison laut ISL bei mindestens 5,3 Millionen US-Dollar und damit deutlich über dem des FINA-Weltcups liegen. Der Weltverband sieht sich offenbar in der Bredouille. Einem Testevent in Italien verweigerte die FINA letztes Jahr die Sanktionierung. Dadurch stand eine Sperre für eventuell teilnehmende Athleten bei zukünftigen Meisterschaften im Raum. Die ISL sagte den Wettkampf daraufhin ab. Im Dezember gab die FINA bekannt, 2019 ebenfalls eine neue und hochdotierte Wettkampfserie für Mannschaften ins Leben zu rufen.