Deutsche Freiwasserschwimmer zum dritten Mal Team-Weltmeister

Die deutschen Open-Water-Schwimmer sind zum dritten Mal nach 2013 und 2015 Team-Weltmeister über 5 Kilometer. In Südkorea holten Lea Boy, Sarah Köhler, Sören Meissner und Rob Muffels die Goldmedaille.

| 18. Juli 2019 | AKTUELL

Strahlende Weltmeister: Muffels, Boy, Köhler, Meißner (von links).

Strahlende Weltmeister: Muffels, Boy, Köhler, Meißner (von links).

Foto >Jo Kleindl

Das WM-Märchen der deutschen Freiwasserschwimmer geht weiter: Mit der Staffel über 4 x 1,25 Kilometer schwamm das DSV-Quartett in Südkorea überraschend zum Weltmeistertitel. In 53:58,7 Minuten verwiesen Lea Boy, Sarah Köhler, Sören Meißner und Rob Muffels Italien und USA hauchdünn auf die Plätze zwei und drei. Den Sieg brachte Schlussschwimmer Muffels mit einem überragenden Zielsprint unter Dach und Fach. Es war bereits die vierte Medaille für die deutschen Freiwasserschwimmer im fünften WM-Rennen in Yaosu. Im Team-Event, den es erst seit 2011 gibt, war es der dritte Sieg.

Alle WM-Ergebnisse des DSV-Team

Jahr

Ort

Modus

Aufstellung

Resultat

2011

Shanghai

Team

Jan Wolfgarten, Thomas Lurz, Isabelle Härle

Bronze

2013

Barcelona

Team

Christian Reichert, Thomas Lurz, Isabelle Härle

Gold

2015

Kasan

Team

Rob Muffels, Christian Reichert, Isabelle Härle

Gold

2017

Budapest

Mixed-Staffel

Finnia Wunram, Leonie Beck, Sören Meißner, Rob Muffels

Platz 8

2019

Yaosu

Mixed-Staffel

Lea Boy, Sarah Köhler, Sören Meißner, Rob Muffels

Gold

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DSV-Taktik geht voll auf

In welcher Reihenfolge die Männer und Frauen schwimmen, ist bei der Staffel nicht vorgeben. Manche Nationen versuchen, mit schnellen Männern zu Beginn einen Vorsprung herauszuschwimmen, andere, wie die Deutschen, schicken zunächst die Frauen mit dem Ziel ins Rennen, möglichst lange bei den Männern mitzuhalten. Den Schlusspart überlassen aber fast alle Staffeln ihren sprintstärksten Männern.

Bundestrainer Stefan Lurz bei der Taktikbesprechung mit Sarah Köhler.

Bundestrainer Stefan Lurz bei der Taktikbesprechung mit Sarah Köhler.

Foto >Jo Kleindl

Die Taktik von Freiwasser-Bundestrainer, erst die Frauen und dann die Männer schwimmen zu lassen, ging voll auf. Lea Boy hielt bei ihrer ersten WM als Startschwimmerin in der Spitze mit und übergab als Vierte, Sarah Köhler verlor anschließend zwar einige Plätze und über 30 Sekunden, weil die US-Amerikaner Ex-Weltmeister Jordan Wilimovsky auf Position zwei gesetzt hatten. Doch Sören Meißner holte den kompletten Rückstand an der Seite des Italieners Domenico Acerenza wieder auf. Auf den letzten Metern schwamm der Würzburger sogar ganz nach vorn und übergab als Führender an Rob Muffels. Der Magdeburger setzte auf der Schlussrunde seinen ganzen Körper ein. Im Dreikampf um den Sieg bekam er es rechts mit dem US-Amerikaner Michael Brinegear und links mit 1.500-Meter-Olympiasieger Gregorio Paltrinieri zu tun. Obwohl Paltrinieri als Beckenschwimmer eigentlich endschneller sein sollte, behauptete Muffels einen minimalen Vorsprung und schlug 0,2 Sekunden vor dem Italiener an. Brinegear machte 0,1 Sekunden Später Bronze für die USA perfekt.

Mixed-Staffel, 4 x 1,25 km

Platz

Nation

Aufstellung

Zeit

1

Deutschland

Lea Boy (W)

53:58,7

Sarah Köhler (W)

Sören Meißner (M)

Rob Muffels (M)

2

Italien

Rachele Bruni (W)

+0,2

Giulia Gabbrielleschi (W)

Domenico Acerenza (M)

Gregorio Paltrinieri (M)

3

USA

Haley Anderson (W)

Jordan Wilimovsky (M)

+0,3

Ashley Twichell (W)

Michael Brinegear (M)

4

Brasilien

Ana Marcela Cunha (W)

+25,8

Viviane Jungblut (W)

Diogo Villarinho (M)

Fernando Ponte (M)

5

Australien

Chelsea Gubecka (W)

+38,1

Hayden Cotter (M)

Kareena Lee (W)

Nicholas Sloman (M)

6

Frankreich

Lara Grangeon (W)

+38,4

David Aubry (M)

Aurelie Muller (W)

Marc-Antoine Olivier (M)

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