Kraulbeine: Ankern verboten!

Beinetraining ist für viele Schwimmer eine echte Qual – unglaublich anstrengend und unheimlich langsam. So verwandeln Sie einen lahmen Heckantrieb in ein Schnellboot.

| 10. Januar 2018 | ARENA ONLINE SWIM ACADEMY

So nicht! Ankerfüße lassen Sie rückwärts schwimmen.

So nicht! Ankerfüße lassen Sie rückwärts schwimmen.

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Der Beinschlag

Wie etwas funktioniert, verstehen wir manchmal erst, wenn wir es absichtlich falsch machen. Beim Schwimmen wird das nirgends so deutlich wie bei den Beinen. Wer einmal versucht, mit komplett angewinkelten Füßen vorwärts zu kommen, erkennt sofort, dass das keine gute Idee ist. Mit sogenannten Ankerfüßen bewegen Sie sich nämlich in die entgegengesetzte Richtung. Probieren Sie es mal aus!

Damian Wierling macht's vor

Die Leistungsunterschiede beim Beineschwimmen sind gewaltig. Während die einen kaum vorwärts kommen, schwimmen die Besten auf kurzen Distanzen fast genauso schnell wie in der Gesamtlage. Besonders Späteinsteigern fällt es häufig schwer, mit den Beinen genügend Vortrieb zu erzeugen, um die Wasserlage effektiv zu verbessern. Häufig versuchen sie, ­ihren Rückstand durch Kraft und Einsatz wettzumachen. Das führt zwar zu beeindruckenden Wasserfontänen, aber auch zu Krämpfen – und macht nicht wirklich schneller.

Wie ein Peitschenhieb

Letztlich ist auch Beineschwimmen nur eine Technik, die jeder in gewissem Maße lernen kann. Voraussetzung ist eine gewisse Lockerheit in den unteren Extremitäten, denn die Beinbewegung ist kein verkrampftes Auf und Ab des Unterschenkels, sondern eine fließende Bewegung aus der Hüfte, die sich über Oberschenkel, Knie und Unterschenkel bis in die Fußgelenke fortpflanzt. Durch die leichte Beugung des Kniegelenks, die selbst keinen Vortrieb bringt (Achtung: „Radfahrer-Beinschlag“), bewegt sich der Ober­schenkel nach unten und der Fuß durchbricht die Wasserober­fläche. Eingeleitet durch die Kniestreckung wird anschließend der leicht nach innen gedrehte Fuß peitschenartig nach unten geführt. Während der folgenden Aufwärtsbewegung sind die Füße dann wieder locker zu halten.