WM-Teilnehmer Marek Ulrich hört überraschend auf

Der deutsche Schwimmsport verliert einen seiner besten Rückenschwimmer. Als Grund für seinen Abschied nennt Marek Ulrich die Umstrukturierung an seinen Stützpunkt in Halle.

| 29. Januar 2018 | AKTUELL

Marek Ulrich hört mit dem Leistungssport auf.

Marek Ulrich hört mit dem Leistungssport auf.

Foto >Fabian Fiedler / spomedis

Rückenschwimmer Marek Ulrich hat mit 21 Jahren seine Karriere im Leistungssport für beendet erklärt. Der amtierende deutsche Meister über 50 und 100 Meter Rücken teilte über Facebook mit: "Ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass jetzt der richtige Moment dafür ist. Ich hoffe, dass ihr das versteht."

Als einzigen Grund für seinen Abschied führt Ulrich die Umstrukturierung an seinem Stützpunkt in Halle/Saale an. Dort war der Vertrag seines einstigen Trainers Frank Embacher - dem der Sportler ausdrücklich dankte - Ende 2016 unter kontroversen Umständen nicht verlängert worden. "Wir waren ein super eingespieltes Team und auch die Trainingsgruppe im letzten Jahr wollte zusammen alles erreichen", erklärt Ulrich in seinem Statement. "Doch leider musste ich am Ende der Saison die Erfahrung machen, dass nicht mehr alles nach Leistung beurteilt und auf Sportler wenig gehört wird. Die Strukturveränderungen verliefen aus meiner Sicht auf Kosten der wichtigsten Beteiligten, nämlich auf Kosten der Sportler." Seit Ankündigung einer Neusortierung der Olympiastützpunkte durch den Deutschen Schwimm-Verband ist es offen, wie es mit dem Standort Halle weiter geht.

Marek Ulrich jubelt 2017 über den deutschen Meistertitel über 50 Meter Rücken.

Marek Ulrich jubelt 2017 über den deutschen Meistertitel über 50 Meter Rücken.

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Durchbruch 2017

Trotz allem überrascht der Zeitpunkt von Ulrichs Abschied, für den ein Wechsel an einen anderen Standort offenbar keine Option gewesen war. Der fast zwei Meter große Modellathlet war mit der Qualifikation für die Weltmeisterschaften in der vergangenen Saison der Durchbruch in die erste Reihe der deutschen Schwimmer gelungen. Neben Christian Diener und Jan-Philip Glania galt er als aussichtreichster Kandidat für eine Olympiateilnahme 2020 über die Rückenstrecken. In Budapest schwamm er über 50 Meter auf WM-Platz 20 und wurde 22. über die doppelte Distanz. Zudem kam Ulrich mit der Lagen-Mixedstaffel zum Einsatz und landete mit dieser auf Platz 13.

"Ich weiß, dass das Leben nicht immer ein Wunschkonzert ist", schreibt Ulrich auf Facebook. "Und so habe ich es versucht und allen eine Chance gegeben. Nun ist ein halbes Jahr vergangen und ich habe für mich entschieden. Jetzt ist die richtige Zeit dafür, denn Olympia ist nur noch etwas mehr als zwei Jahre entfernt und in die Vorbereitung dafür sollte man nicht mit halber Überzeugung starten. Das bringt allen Beteiligten nichts."

In einer früheren Version dieses Artikels haben wir geschrieben, eine weitere Athletin stünde beim SV Halle vor dem Absprung. Dies hat sich als Fehlinformation herausgestellt. Wir haben die entsprechende Passage gelöscht und bitten die Sportlerin um Entschuldigung.