Philip Heintz' "Überlebenskampf"

Es hat gereicht für Philip Heintz - doch zunächst sah es aus, als wisse er nicht, ob darüber lachen oder weinen sollte. Im Finale will der Heidelberger eine andere Taktik schwimmen.

| 28. Juli 2019 | AKTUELL

Philip Heintz hat sein zweites Finale erreicht.

Philip Heintz hat sein zweites Finale erreicht.

Foto >Jo Kleindl

Update: Philip Heintz hat seinen Start im Finale abgesagt. Mehr dazu lesen Sie hier.

Schwer atmend hielt sich Philip Heintz nach seinem 400-Meter-Lagen-Vorlauf an der Leine fest. 4:15,24 Minuten hatte die Quälerei gedauert, die der 28-Jährige kurz darauf einen "Überlebenskampf" nannte. Ob das fürs Finale reichen würde, zeigte sich wenige Sekunden später an der Anzeigetafel. Mindestens Platz musste es sein. Es wurde: Platz acht. Vorlaufschnellster 200-Meter-Lagen-Sieger Daiya Seto aus Japan in 4:12,27 Minuten.

Mit Splitzeiten von 57,32 / 1:06,08 / 1:11,19 / 1:00,65 ließ Heintz den Titelverteidiger und Olympia-Zweiten Chase Kalisz (USA) hinter sich und kam gerade noch in den Endlauf. Zweieinhalb Zehntel langsamer, und er wäre draußen, man könnte auch sagen "erlöst", gewesen. Denn der Heidelberger ist eigentlich ein Mann für die 200-Meter-Distanz, die 400 schwimme er nur, weil er nach einer Pause wieder mehr Umfang trainieren müssen, sagt Heintz. Deshalb habe er sich auch eher auf diesen Rennen vorbereitet als auf die 200 Meter, über die er trotzdem starker Vierter geworden war.

Bestzeit im Finale

Das Finale wolle er weniger schnell angehen, sagte Heintz, damit es hinten raus besser klappt. Eine neue Bestzeit sei dann sein Ziel. Die steht aktuell bei 4:14,27 Minuten.

"Ich freue mich, dass ich heute Nachmittag noch mal schwimmen kann. Gestern im Training habe ich mir etwas in der Hüfte weh getan, deswegen läuft das Brustschwimmen nicht so ganz. Die letzten 100 Meter war ein Überlebenskampf. Vielleicht wird das mit einer anderen Renneinteilung besser. Das war definitiv Anschlag. Für meine Verhältnisse bin ich die ersten 100 eine Sekunden zu schnell angegangen. Das fällt mir dann doppelt auf die Füße."

Hosszu vor Titelverteidigung

Bein den Frauen war Olympiasiegerin Katinka Hosszu über 400 Meter Lagen Vorlaufbeste. Sie schwamm 4:35,40 Minuten und verwies die Japanerin Yui Ohashi (4:37,23) und Chinas Ye Shiwen (4:37,66) auf die Plätze zwei und drei. Eine deutsche Athletin war nicht am Start.