Wellbrock mit Wahnsinnsrekord in die Weltspitze

Der Magdeburger Florian Wellbrock hat mit einem unfassbaren Rennen Jörg Hoffmanns deutschen 1.500-Meter-Rekord aus den Büchern gelöscht.

| 9. April 2018 | AKTUELL

Florian Wellbrock klopft an die Weltspitze.

Florian Wellbrock klopft an die Weltspitze.

Foto >Daniel Kopatsch / spomedis

27 Jahren lang hielt Jörg Hoffmann den deutschen Rekord über 1.500 Meter Freistil. Am 13. Januar 1991 war der Potsdamer in 14:50,36 Minuten in Perth (Australien) zum Weltmeistertitel gekrault.  Nun hat ihm ein junger Schwimmer aus Magdeburg den Rekord abgenommen - und Florian Wellbrock schickt sich an in ähnlich große Fußstapfen zu treten wie die Legende Hoffmann. In 14:40,69 Minuten verbesserte der 19-Jährige in Stockholm nicht nur die alte Bestmarke um fast zehn und seine persönliche Bestzeit um 15 Sekunden, nein, rund vier Monate vor den Europameisterschaften stieß er auch gleich das Tor zur absoluten Weltspitze auf. Laut FINA-Bestenliste gelangen erst acht Schwimmern überhaupt schnellere Zeiten. Den Weltrekord hält seit London der Chinese Sun Yang in 14:31,02 Minuten.

In Stockholm schwamm Wellbrock bis auf zwei 30er-Zeiten in der Anfangsphase konstant 29er-Zeiten über 50 Meter. Bei der 800-Meter-Marke (7:53,63 min) war bereits klar, dass Hoffmanns Rekord fallen könnte, wenn Wellbrock das Tempo halten würde. Er hielt es, und legte sogar noch zu. Die zweite Rennhälfte schwamm der Olympiateilnehmer von 2016 rund sechs Sekunden schneller als die erste. Die letzten 100 Meter absolvierte Wellbrock in 55,36 Sekunden, wodurch er Vize-Weltmeister Mykhaylo Romanchuk aus Rumänien (14:50,91 min) endgültig distanzierte.

Mit seiner überragenden Zeit steht Wellbrock nun mit Abstand an der Spitze der Weltrangliste. Der nächste, der ihm diese Position streitig machen könnte, ist der Australier Mack Horton (Bestzeit 14:39,54 min) bei den Commonwealth Games morgen. Doch damit nicht genug. Am Sonntag legte Wellbrock über 800 Meter Freistil einen weiteren deutschen Rekord nach. In 7:46,85 Minuten unterbot er diesmal die Marke seines Vereinskollegen Christian Kubusch. Dieser hatte immerhin fast achte Jahre lang Bestand. Henning Mühlleitner aus Neckarsulm schwamm im selben Rennen starke 7:51,73 Minuten und wurde Dritter.