Wellbrock hängt Olympiasieger und Weltmeister ab

Florian Wellbrock hat seine überragende Frühjahrsform auch im Freiwasser unter Beweis gestellt. Der Magdeburger gewann in Gravelines ein topbesetztes Rennen des European Open Water Cups.

| 1. Juni 2018 | AKTUELL

Florian Wellbrock hat den Europacup in Frankreich gewonnen.

Florian Wellbrock hat den Europacup in Frankreich gewonnen.

Foto >Peter Jacob (spomedis)

Langstreckenschwimmer Florian Wellbrock hat einmal mehr bewiesen, dass er nicht nur Pool, sondern auch Freiwasser kann. Der Magdeburger, der im April den deutschen 1.500-Meter-Rekord um fast zehn Sekunden verbesserte und seitdem auf Platz eins der Weltrangliste steht, ließ beim Europacup im französischem Gravelines die äußerst starke Konkurrenz durch. Nach zehn Kilometern schlug der 20-Jährige nach 1:44:15 Stunden satte zwölf Sekunden vor Olympiasieger Ferry Weertman an. Der Niederländer verdrängte den zweiten Magdeburger, Rob Muffels, nach Video-Review auf den dritten Platz.

In der Nordsee hängte Wellbrock seine Rivalen im Schlussspurt ab. Seiner Tempoverschärfung konnten auch die aktuellen französischen Freiwasser-Weltmeister Marc-Antoine Olivier und Axel Reymond nicht folgen. Insgesamt waren 116 Männer am Start. Das sind mehr als gewöhnlich im Europa- oder Weltcup dabei sind.

Freiwasser-Bundestrainer Stefan Lurz war mit dem Abschneiden der deutschen Männer sehr zufrieden. "Florian hat das überragend gemacht und auf den letzten 800 Metern seinen Geschwindigkeitsvorteile voll und souverän ausgenutzt. Aber auch Rob ist einmal mehr ein taktisch cleveres Rennen geschwommen und hat mit Platz drei in einem sehr gut besetzten Feld gezeigt, dass er sich in der Weltspitze etabliert hat.“

Doppelstart in Schottland?

Für Wellbrock ist es nicht der erste Erfolg im Freiwasser. Vor drei Jahren wurde der Schützling von Trainer Bernd Berkahn bei der WM in Kasan Fünfter über 5 Kilometer. Für die anstehende EM in Glasgow ist Wellbrock für die Beckenwettbewerbe über 400, 800 und 1.500 Meter qualifiziert. Ein Doppelstart mit Freiwasser und Pool scheint eher unwahrscheinlich, vor allem weil Bundestrainer Henning Lambertz in der Vergangenheit für eine strikte Trennung plädierte. Allerdings liegen die Outdoor-Rennen dieses Jahr zeitlich nach den Beckenwettbewerben. Vielleicht ändert dies etwas an der Einstellung des Cheftrainers. Für Wellbrock wäre die EM-Quali über 5 Kilometer theoretisch noch möglich.

Bei den Frauen setzte sich die Italienerin Ariana Bridi vor Angelica Andre aus Portugal und der Niederländerin Esmee Vermeulen durch. Noch schneller als die drei Europäerinnen waren allerdings Haley Anderson (USA), Ana Marcela Cunha (Brasilien) und Ashley Twichell (USA), deren Leisten aber nicht in die Cup-Wertung einflossen. Beste Deutsche war Jeannette Spiwoks aus Essen auf Rang 30.