Tolle Rennen und ein Skandälchen im Ziel

Für bestes Wetter hatte der Freiwasser-Gott bei der zweiten Station des Austrian Open Water Cups gesorgt. Im Klopeinersee ging es im Hauptrennen über 4,5 Kilometer.

| 31. Mai 2017 | AKTUELL

Zieleinlauf beim Rennen im Klopeinerseee (Archivbild).

Zieleinlauf beim Rennen im Klopeinerseee (Archivbild).

Foto >Veranstalter

Bei Sonne satt und Wassertemperaturen von fast 20 Grad waren beim Swimmaniak im Klopeinersee fast 200 Athleten über 1,5 Kilometer, 3 Kilometer und 4,5 Kilometer am Start. Die lange Distanz ging dabei in die Gesamtwertung des diesjährigen Austrian Open Water Cups ein. Während Linda Ungerböck nach 1:01:37 Stunden einen relativ deutlich Sieg im Frauenrennen vor Sarah Frühwirth und Lisa Watschniger feiern konnte, ging es im Finale der Männer eng zur Sache. Nur Sekunden lagen im Ziel zwischen den schnellsten drei Jan Hercog (54:43 min), Zan Rihter (54:48 min) und Auftaktsieger Nicky Lange (55:03 min).

Stinkefinger für den Gegner

So weit so gut. Für Wirbel sorgte jedoch im Anschluss an das Rennen eine unfeine Geste des Siegers. Ein von den Veranstaltern auf Facebook gepostetes Video (nach 23 Sekunden) zeigt, wie sich Hercog unmittelbar nach dem Zieleinlauf umdreht und seinem Verfolger zwei ausgestreckte Mittelfinger entgegenstreckt. Im Netz wurde umgehend eine nachträgliche Disqualifikation wegen Unsportlichkeit gefordert. Doch was war passiert?

Offenbar fühlte sich der Grazer Athlet von seinem ärgsten Widersacher unfair bedrängt. In einer von seinem Verein verbreiteten Mitteilung sagte Hercog: "Leider hatte ich nach 4,5 Kilometer, die ein Konkurrent permanent in meinem Sog geschwommen ist und ich zusätzlich noch von seiner Begleitperson im Paddelboot irritiert wurde (was eigentlich auch als unsportliche Geste gilt), meine Emotionen nicht im Griff." 

Cup-Organisator Andreas Sachs teilte auf swim.de-Anfrage mit, dass es bereits eine Aussprache aller Beteiligten sowie eine Entschuldigung für die Geste gegeben habe. Außerdem verwies er auf die auf der Website beschriebene Fairnessregel, nach der Athleten, die keine Führungsarbeit leisten, auf den letzten 500 Metern nicht mehr angreifen sollen. "Praktisch gesehen haben beide Sportler gegen Fairnessregeln verstoßen", erklärte Sachs, deshalb wolle man jetzt nicht einen Athleten bestrafen. "Das Verständnis unseres Cups ist es, Fun und Leidenschaft mit sportlichem Messen zu vereinen. Wir setzen dabei auf Familiäres statt auf Regeln und Verbote. Bis jetzt sind wir damit gut gefahren und ich bin zuversichtlich, dass dies beiden eine Lehre sein wird."

Zu einem Wiedersehen der beiden Rivalen könnte es bereits in eineinhalb Wochen kommen. Dann steht beim Lunzer Seeschwimmen der dritte Wettbewerb der Serie auf dem Programm.