Sun Yang droht lebenslange Sperre

Nach einem Vorfall während einer Dopingkontrolle könnte der dreifache Olympiasieger Sun Yang demnächst lebenslang vom Schwimmsport ausgeschlossen werden. Der Chinese war schon einmal wegen Dopings gesperrt.

| 28. Januar 2019 | AKTUELL

Sun Yang wäre bei einem Olympiastart in Tokio 2020 Titelverteidiger über 400 Meter Freistil.

Sun Yang wäre bei einem Olympiastart in Tokio 2020 Titelverteidiger über 400 Meter Freistil.

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Begeisternder Schwimmer, umstrittene Persönlichkeit, immer wieder Kopfschütteln: Chinas Schwimmstar Sun Yang polarisiert in den Schwimmbädern dieser Welt. Auf der einen Seite überragt der 1,98 Meter große Freistilspezialist, trotz eigenwilliger Technik und obwohl man oft Monate nichts von ihm hört, auf den langen Strecken regelmäßig die Konkurrenz. Neunmal holte er seit 2011 WM-Gold, über 1.500 Meter Freistil hält er seit dem Olympiafinale in London in 14:31,02 Minuten den Weltrekord. Auf der anderen Seite gibt es immer wieder Dopinganschuldigungen gegen Sun Yang. Der Australier Mach Horton nannte ihn öffentlich einen Betrüger, Frankreichs Camille Lacourt sagte, der Chinese "pinkelt lila". 2014 wurde er nach einem positiven Test bei den chinesischen Meisterschaften gesperrt - allerdings heimlich und nur für drei Monate.

Das könnte nun anders werden, denn als Wiederholungstäter stünde Sun Yang vor einer lebenslangen Sperre. Alles hängt davon, wie die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA und der Internationale Sportgerichtshof CAS den neuen Vorfall bewerten, der sich im September 2018 in Sun Yangs Haus in der Provinz Zhejiang abgespielt haben soll. Wie mehrere Zeitungen weltweit berichten, soll der Sportler bei einer unangemeldeten Kontrolle den Behälter mit seinem Blut durch einen Sicherheitsbeamten mit einem Hammer zerstören lassen.

Zweifel an der Kontrolleurin

Wie es heißt, seien dem 27-Jährigen und mehreren anderen Personen, darunter seine Mutter, während der Kontrolle Zweifel an der Authentizität der Kontrolleurin gekommen sein. Laut den Zeitungsberichten folgte die FINA-Dopingkommission dieser Argumentation und legte den Fall Anfang Januar zu den Akten. "Unglaublich und inakzeptabel", heißt es dagegen von der WADA, die nun die Klärung des Falls vor dem CAS anstrebt. Die Kontrolleurin handelte im Auftrag des schwedischen Anti-Doping-Dienstleisters IDTM. Angeblich soll Sun Yang den Test über Stunden in die Länge gezogen und für eine zusätzliche Urinprobe den Raum verlassen haben.

Sun Yang machte 2009 mit 17 Jahren zum ersten Mal auf sich aufmerksam, als er in Rom WM-Bronze über 1.500 Meter holte. Es folgten Goldmedaillen bei den Olympischen Spielen in London und Rio de Janeiro. 2018 gewann er bei den Asienspielen Gold über 200, 400, 800 und 1.500 Meter Freistil.

Sun Yang gehört zu den umstrittensten Athleten im Schwimmsport.

Sun Yang gehört zu den umstrittensten Athleten im Schwimmsport.

Foto >Frank Wechsel / spomedis